„Das finstere Tal“ räumte beim Filmpreis ab

Zehn Nominierungen, acht Auszeichnungen: Andreas Prochaskas Alpenwestern schlägt alle.

Der Österreichische Filmpreis hat am Mittwochabend sein fünfjähriges Bestehen gefeiert – und dabei mit der zweiten Ausgabe im Festsaal des Wiener Rathauses die bisher glanzvollste Gala für das heimische Filmschaffen abgeliefert. Als großer Gewinner des Abends stieg Andreas Prochaskas Alpenwestern „Das finstere Tal“ aus, der acht seiner zehn Nominierungen in Preise ummünzen konnte.

Licht und Schatten

Nicht nur die Kategorie Bester Film, auch Beste Regie und sechs weitere Sparten entschied das auch im Kino erfolgreiche Werk für sich. Lediglich in den Darstellerkategorien musste man sich der Konkurrenz geschlagen geben. Hier holte sich Quereinsteiger Murathan Muslu als bester Darsteller in Umut Dags „Risse im Beton“ die Trophäe, während bei den Damen Veteranin Erni Mangold triumphierte, die auch gleich noch vom ganzen Saal zu ihrem zwei Tage zurückliegenden 88. Geburtstag mit einem Ständchen gefeiert wurde. Ansonsten hätte sich Regisseur Hubert Sauper über die Wahl seines „We Come As Friends“ als bester Dokumentarfilm freuen können – wäre er nicht verspätet zur Gala erschienen. Und Jessica Hausners Kleist-Kammerspiel „Amour Fou“, das in acht Sparten genannt war, konnte sich immerhin in den Kategorien Bester Schnitt (Karina Ressler) und Bestes Drehbuch (Jessica Hausner) gegen die Konkurrenz durchsetzen. Sudabeh Mortezais fünffach nominierter Film „Macondo“ blieb hingegen ohne Würdigung.

Das Gedenken an verstorbene Kollegen, Trauer ob geringer Fördermittel und der von Gastrednerin Isolde Charim skizzierte verblassende Glanz des Westens stellten den Kontrapunkt zum feierlichen Geschehen dar.

Die beiden Filmemacher Michael Glawogger und Florian Flicker, die im Vorjahr überraschend verstorben waren, wurden von den Anwesenden mit tosendem Applaus geehrt.

Zugleich warnten die Eröffnungsredner Monika Willi und Martin Gschlacht, dass das „Filmwunder Österreich“ bereits im kommenden Jahr kleiner ausfallen könne, wenn sich an der Höhe der Förderungen nichts ändere.

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