Erfreulicher Orgelklang

Die Altacher Orgelsoireen punkteten am Mittwochabend mit einem herausragenden Konzert, gespielt vom Kurator Jürgen Natter.

Orgelkonzerte sind anderswo, etwa in Deutschland, dem Vernehmen nach echte Publikumsmagneten. Hierzulande sprechen sie nur eine kleine, feine Gruppe an. Dabei hätten gerade die Alt­acher Orgelsoireen einiges zu bieten. Im so angenehm gestalteten und beheizten Raum der Altacher Kirche kann man auf der Empore über der Orgel Platz nehmen, sozusagen auf Augenhöhe mit dem Instrument sein. Zudem gibt es im Pfarrsaal nachher noch Wein und einen Imbiss, dazu nette Leute zum Gespräch. Und nicht zuletzt ist das musikalisch Gebotene stets ein Erlebnis, dank der sorgsamen Programmierung von Jürgen Natter.

Große Ausdrucksskala

An diesem Abend saß er selbst am Instrument, und sein Spiel war so farbenreich wie das geschmackvolle Licht, in das die Orgel gehüllt war. Im Mittelpunkt stand ein erstaunliches Stück von Wolfgang Amadeus Mozart, das dieser für eine Orgelwalze, also für ein mechanisches Instrument, geschrieben hat, das in einem Mausoleum aufgestellt war, daher die Trauertonart f-Moll. Mozart hätte sicher seine Freude gehabt, hätte er seinem Werk im strahlenden Klang der Rieger-Orgel in Altach hören können. Jürgen Natter legte durch kluge Registrierung und intensives Spiel die große Ausdrucksskala des Werkes frei, ob es die aufgewühlten Ecksätze waren oder das jenseitige Adagio. Begonnen hat der Abend jedoch mit zwei sehr unterschiedlichen Stücken Johann Sebastian Bachs: Jugendlich ungestüm das Präludium und die Fuge in D-Dur BWV 532, hingegen, als Studienstück eher gezügelt, aber sehr schön und zart, die Triosonate Nr. 6 in G-Dur BWV 530.

Geendet hat das Konzert mit einem Variationenwerk eines lebenden Franzosen, des vor allem als Improvisator berühmten Pierre Pincemaille – er war in den großen Zeiten des Orgelfestivals in Dornbirn, Sankt Martin, dort zu Gast. In diesem Werk wechseln fast verschleiert wirkende Passagen mit virtuosem Zugriff. Auch dieses Werk bewältigte Jürgen Natter ganz hervor­ragend.

Am Palmsonntag (29. März) wechselt Natter die Orgelbank mit dem Dirigentenpult und bringt in der Altacher Kirche Bachs Johannes-Passion zu ­Gehör.

anna mika

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