Wenn Glücksspiel die Gerichte beschäftigt

Schadenersatzprozess gegen Casino St. Gallen und 48.000 Euro Schmerzensgeld nach Sturz.

Das Glücksspiel hat im zu Ende gehenden Jahr eine wichtige Rolle vor Gericht eingenommen. So läuft derzeit am Landesgericht Feldkirch ein Schadenersatzprozess gegen das Casino St. Gallen. Ein 38-jähriger Spielsüchtiger hat die Betreiber verklagt, da diese seiner Meinung nach ihrer gesetzlichen Schutzpflicht nicht nachgekommen sind. Nach Ansicht des Ex-Versicherungsvertreters aus dem Leiblachtal wurde er von den Verantwortlichen viel zu spät gesperrt. So hätte seiner Meinung nach verhindert werden müssen, dass er innerhalb von sechs Jahren 600 Mal im Casino gespielt und dabei dreieinhalb bis vier Millionen Euro verloren hat. Der Kläger verlangt von der Spielbank 1,6 Millionen Euro.

Bevor allerdings über die Forderung des 38-Jährigen verhandelt werden konnte, musste die Zuständigkeit geklärt werden. Während der Anwalt des Spielsüchtigen der Meinung war, dass das Landesgericht Feldkirch für die Causa zuständig ist, widersprach der Rechts-Vertreter des Casinos dieser Ansicht.

Am 8. August erklärte sich das Vorarlberger Gericht schließlich für zuständig. Am 21. November wurde dies vom Oberlandesgericht Innsbruck bestätigt. Somit ist der Weg für den Schadenersatzprozess frei. Für 15. Jänner 2014 wurde in Feldkirch die nächste Verhandlung angesetzt. Dann muss geklärt werden, ob die Ansprüche des 38-Jährigen zurecht bestehen oder nicht – und wenn ja, in welchem Ausmaß.

Der Leiblachtaler war aber nicht nur im Schadenersatzprozess mehrmals im Gericht zu Gast. In einem Strafprozess im Juli wurde ihm von der Anklage gewerbsmäßig schwerer Betrug vorgeworfen. Er habe Verwandte und Bekannte um 800.000 Euro betrogen, um seine Spielsucht zu finanzieren, lautete der Vorwurf. Der ehemalige Versicherungsvertreter wurde nicht rechtskräftig zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Im Casino ausgerutscht

Doch nicht nur der Ex-Spieler beschäftigte heuer das Landesgericht. Im Dezember schloss eine 65-jährige Deutsche einen Vergleich mit den Verantwortlichen der Versicherung der Bregenzer Spielbank. Die Frau war im Juli 2010 bei einem Besuch im Casino auf dem nassen Boden ausgerutscht und hatte sich an der Schulter verletzt. Insgesamt erhielt die 65-Jährige 48.000 Euro von der Versicherung.

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