Schon wieder Telefonterror: Zwei neue Opfer des Stalkers

20 anonyme Anrufe am Tag: 1800 Euro Geldstrafe für 44-jährigen Arbeiter, der erneut wegen beharrlicher Verfolgung verurteilt wurde.

seff dünser

Bereits zum zweiten Mal als Stalker schuldig gesprochen wurde am Landesgericht Feldkirch der Arbeiter aus dem Bezirk Dornbirn. Für seinen Telefonterror hatte sich der geschiedene Mann nun andere Opfer ausgesucht. Wegen beharrlicher Verfolgung wurde der dreifach vorbestrafte Angeklagte erneut zu einer Geldstrafe verurteilt. Der 44-Jährige muss dem Gericht 1800 Euro bezahlen – 300 von 360 möglichen Tagessätzen zu je sechs Euro. Das Urteil, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig.

Zwischen September 2012 und Mai 2013 hat der geständige Beschuldigte mit einer Vielzahl von anonymen Anrufen ein Ehepaar aus dem Bezirk Bludenz auf unzumutbare Weise in seiner Lebensführung beeinträchtigt. Die 56-jährige Frau wurde im Schnitt mit 20 Telefonanrufen am Tag beläs-tigt, ihr 65-jähriger Gatte ab Jänner 2013 täglich mit vier Anrufen.

Sein Tatmotiv beschrieb der Täter so: Er sei früher mit der Schwester der Frau zusammen gewesen. Sie habe sich damals in ihre Beziehung eingemischt. „Deshalb habe ich es getan.“

Entschuldigung abgelehnt

Seine Entschuldigung nahm die 56-jährige Frau während der Strafverhandlung nicht an. „Das ist mir gleich“, sagte dazu der Angeklagte. Auch ihr Gatte konnte die Entschuldigung des Stalkers nicht akzeptieren. Ihm gegenüber habe er vor dem Prozess am Telefon keine Erklärung für sein Verhalten gegeben, sagte der 65-Jährige.

Seine Frau habe der Telefonterror stark belastet, berichtete der Pensionist. Seine berufstätige Gattin habe sich am Morgen kaum mehr aus dem Haus getraut. Sie habe Angst davor gehabt, dass der Stalker ihr auf dem Weg zur Arbeit auflauern könnte, sagte die 56-Jährige.

Deshalb erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Daraufhin ordnete die Staatsanwaltschaft Feldkirch Ende April 2013 eine Rufdatenrückerfassung an, mit der der anonyme Anrufer ausgemittelt werden konnte.

„Lassen Sie den Blödsinn“, sagte Richter Martin Mitteregger zum Wiederholungstäter. „Es macht nicht viel Sinn, Telefonterror zu machen“, weil auch anonyme Anrufer identifiziert werden können. Sollte er erneut rückfällig werden, drohe ihm eine Haftstrafe. Die mögliche Höchststrafe für beharrliche Verfolgung beträgt ein Jahr Gefängnis.

Schmerzengeld erhielten die beiden Opfer keines zugesprochen. Denn die psychische Belastung durch das Stalking habe „keinen Krankheitswert“, erklärte der Richter.

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