Alten Geräten ein „neues Leben“ geben

Bestehendes Projekt zum Re-Use-Konzept wird ausgebaut. Zudem kooperieren die Sozialintegrationsunternehmen beim Entrümpelungsservice.

re-Use – das Wiederverwenden von Gegenständen – wird EU-weit als sinnvolle Umweltschutzmaßnahme propagiert. Denn damit lassen sich Abfall reduzieren, Ressourcen schonen und negative Umweltauswirkungen einer Neuproduktion vermeiden. Auch in Vorarlberg finden sich in den jährlich rund 4900 Tonnen Sperrmüll viele Gegenstände, die eigentlich in Ordnung sind und durchaus weiter verwendet werden können. Sozialintegrationsunternehmen wie etwa Caritas oder Integra, die schon lange im Bereich Re-Use tätig sind, bekommen jetzt von Gemeinden, Land und Umweltverband Unterstützung. Gemeinsam soll das Angebot zur Wiederverwertung ausgebaut werden.

Aus diesem Grund ist bereits im Vorjahr in Nenzing ein Pilotprojekt gestartet worden. Seit August 2013 können im Recyclinghof Nenzing nicht nur defekte, sondern auch noch gebrauchsfähige Elektro- und Elektronikgeräte abgegeben werden. Diese werden dann in der Carla-Elektrowerkstatt der Caritas fachgerecht überprüft und gegebenenfalls repariert. Anschließend werden die Geräte in den Carla-Shops verkauft.

Dieses „Weiterleben“ der Elektrowaren hat mehrere positive Effekte wie Karoline Mätzler von der Caritas-Fachbereichsleitung betont: „Einerseits werden dadurch Tonnen von Abfall vermieden, andererseits Ressourcen geschont, weil die Herstellung eines gleichwertigen Neuproduktes unnötig wird.“ Zudem würden dadurch Arbeitsplätze für Menschen geschaffen, die langzeitarbeitslos sind. Und die Kunden hätten den Vorteil, dass sie günstig ein Elektrogerät erstehen könnten. „Der Bedarf ist da. Die Waren sind innerhalb weniger Tage weg“, weiß die Caritas-Mitarbeiterin. Zu den am häufigsten wiederverwendeten Geräten zählen laut Mätzler übrigens Geschirrspül-, Wasch- und Kaffeemaschinen sowie Staubsauger und Mikrowellen.

Auch die Nenzinger haben das neue Angebot gut angenommen. Sie haben in den vergangenen fünf Monaten 1580 Kilogramm Sammelware im Recyclinghof abgeliefert. „Zwanzig Prozent davon konnten wieder in Umlauf gebracht werden“, sagt Herbert Rösler vom Bauhof der Marktgemeinde. Weil das Pilotprojekt in Nenzing so gut funktioniert, soll es heuer auch auf andere Gemeinden ausgeweitet ­werden.

Entrümpelungsservice

Ein zweites Pilotprojekt betrifft die Entrümpelung. Sozialintegrationsunternehmen wie Caritas, Integra oder die Dornbirner Jugendwerkstätten bieten zwar schon seit mehreren Jahren ein Entrümpelungsservice an. Neu ist jetzt aber, dass die Unternehmen zusammenarbeiten. „Durch die Kooperation können wir mehr Mengen schneller bewegen“, sagt Mätzler. Ebenfalls neu ist, dass noch verwendbare Güter aussortiert und in die Verkaufsgeschäfte gebracht werden. „Früher wurde alles entsorgt.“

„Tonnen von Abfall werden vermieden und Ressourcen geschont.“

Karoline Mätzler, Fachbereichsleiterin der Caritas, über das Re-Use-Konzept.
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