Aus dem Gerichtssaal

Drei Mädchen attackierten grundlos während einer Zugfahrt eine 18-Jährige. Mutmaßliche Haupttäterin war 13 und blieb daher straffrei.

Seff dünser

Offenbar aus Lust auf Gewalt haben drei Mädchen am 25. Mai 2013 während einer Zugfahrt einen weiblichen Fahrgast attackiert und traktiert. Der 18-Jährigen wurden grundlos Haare ausgerissen, sie wurde gefährlich bedroht und bespuckt. Die jungen Täterinnen kannten das Opfer nicht. Sie wurden, so das Ergebnis der Ermittlungen, von der 18-Jährigen nicht provoziert. Die junge Erwachsene befindet sich nach Angaben ihres Feldkircher Anwalts Edelbert Giesinger „wegen des Vorfalls in Therapie“.

Die mutmaßliche Haupttäterin kam straffrei davon. Denn sie war zur Tatzeit erst 13 Jahre alt und damit noch nicht strafmündig. Die Strafmündigkeit beginnt mit 14 Jahren. Die 13-Jährige hat, so die Polizei, der 18-Jährigen Haare ausgerissen.

Ein zur Tatzeit 14-jähriges Mädchen musste sich in dieser Woche am Landesgericht Feldkirch wegen gefährlicher Drohung verantworten. Die Angeklagte soll zu der 18-Jährigen gesagt haben, sie solle „die Fresse halten, sonst werde man ihr in die Fresse schlagen“.

Diversion

Richterin Sandra Preßlaber gewährte der unbescholtenen Angeklagten, die mittlerweile 15 Jahre alt ist, eine Diversion. Der Lehrling soll in vier Monaten gratis 30 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Dann würde das Strafverfahren gegen sie eingestellt werden.

Eine weitere Mittäterin wurde von der Staatsanwaltschaft nicht angeklagt. Denn das Mädchen nahm das Angebot eines außergerichtlichen Tatausgleichs an.

Die nunmehrige Angeklagte hatte vor der Anklageerhebung ihre Chance auf einen außergerichtlichen Tatausgleich nicht wahrgenommen. Sie begründete das damit, sie sei nicht bereit gewesen, ebenfalls 500 Euro für die ausgerissenen Haare zu bezahlen – weil sie damit nichts zu tun gehabt ­habe.

Nicht von der Anklage umfasst war, dass sie die 18-Jährige angespuckt hat. „Es war blöd von mir“ zu spucken und zu drohen, sagte die Angeklagte. Sie sei der 13-jährigen Anführerin gefolgt und zu dem weiblichen Fahrgast hingegangen, um ihn zu traktieren.

Zum Anklagevorwurf der gefährlichen Drohung bekannte sich die 15-Jährige während der Hauptverhandlung zunächst „nicht schuldig“. Danach sagte sie, sie sei teilweise schuldig. Ihr Verteidiger Robert Mäser schritt körpersprachlich mit Gestik und Mimik so ein, dass die Angeklagte sich letztlich doch die Chance auf eine Diversion nicht verbaute: Sie sei schuldig, sagte sie zuletzt.

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