Aus dem Gerichtssaal

Prozess um versuchte Morde im Regionalzug Sulz

Verhandlung am 7. Juni: Staatsanwaltschaft beantragt Einweisung in Psychiatrie.

Der Geschworenenprozess um die Messerattacken im Regionalzug ist für kommenden Mittwoch am Landesgericht Feldkirch angesetzt. Ein 60-jähriger Deutscher hat laut Staatsanwaltschaft im August 2016 im Regionalzug in Sulz zwei Fahrgäste mit einem Messer mit einer Elf-Zentimeter-Klinge vorübergehend lebensgefährlich verletzt.

Demnach soll der arbeitslose Obdachlose einem 19-jährigen Feldkircher das Messer in Bauch und Rücken gerammt haben. Dem 17-jährigen Feldkircher soll er einen 16 Zentimeter langen Halsschnitt versetzt haben. Auch habe er einem dritten Passagier gedroht, ihn abzustechen.

Während der Taten stand der 60-Jährige nach Ansicht von Gerichtspsychiater Reinhard Haller unter dem Einfluss einer paranoiden Schizophrenie und war deshalb nicht zurechnungsfähig. Die Staatsanwaltschaft beantragt die Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Zumal er gefährlich sei. Als Anlasstaten für die beantragte Einweisung geht die Staatsanwaltschaft von versuchtem Mord in zwei Fällen sowie gefährlicher Drohung aus.

Als Tatmotiv werden Wahnvorstellungen angenommen: Der Betroffene habe sich eingebildet, von Neonazis verfolgt und getötet zu werden. Deshalb habe er vorbeugend zugestochen. Im Zug soll er geschrien haben: „Jetzt wisst ihr, wie es in Deutschland und Öster­reich zugeht, scheiß Nazis!“ Der gebürtige Bayer befand sich in Deutschland bereits mehrmals in psychiatrischen Krankenhäusern. Er sieht sich als verkannten Künstler. Am Abend vor den Messerattacken soll er am Bludenzer Bahnhof die Scheibe eines Regionalzuges eingeschlagen haben. Er will zuvor einen Nazi-Aufmarsch auf dem Bahnsteig wahrgenommen haben. SD

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