Renn-Enten tummelten sich auf der Nafla

Zahlreiche Interessierte trotzten am Pfingstmontag in Rankweil dem regnerischen Wetter, um beim Entenrennen dabei zu sein und einen guten Zweck zu unterstützen.

Von Michel Steinlechner (Text) und Frederick Sams (Fotos)

Um kurz nach 11.30 Uhr war es am Pfingstmontag so weit. Eine ganze „Armada“ von bunten Plastikenten machte sich bei der Biomasseanlage in Rankweil auf den Weg, um eine rund 600 Meter lange Strecke auf der Nafla zurückzulegen. Gespickt war der Bach-Lauf mit zahlreichen natürlichen Hindernissen wie etwa Wasserpflanzen, aber auch mit Hürden menschlichen Ursprungs, die überwunden werden mussten. Dabei wurden die Quietscheenten von zahlreichen Zuschauern angefeuert. Schließlich ging es darum, welches der Tierchen als erstes das Ziel bei der Tennishalle erreichte.

„Netz für Kinder“. Bereits zum zweiten Mal wurde gestern in der Marktgemeinde ein Entenrennen durchgeführt. Organisiert wurde dieses von den 21 Mitgliedern der Feuerwehrjugend sowie den rund 80 Rankler Ministranten. Der Gesamterlös kam dabei dem Verein „Netz für Kinder“ zugute. Der Ablauf des Rennens ist schnell erklärt: Interessierte konnten sich im Vorfeld oder auch direkt beim Start eine oder mehrere Enten für jeweils fünf Euro kaufen. Diese konnten dann verziert, bemalt und anderweitig verschönert werden. Einzig technische Hilfsmittel wie etwa Propeller oder Motoren durften nicht eingebaut werden. Jedes der Tierchen hatte eine eigene Nummer, um so nach dem Rennen seinem Besitzer zugeordnet werden zu können. Denn für die „Trainer“ der schnellsten Enten gab es Preise, die von einem Rundflug über das Ländle bis hin zu einem Golfschnupperkurs reichten. Ebenso durften die Teilnehmer nach dem Bewerb ihre Renn-Ente mit nach Hause nehmen. Mit einer Feier im Feuerwehrhaus ging die Veranstaltung schließlich zu Ende.

Im Jänner haben die Organisatoren mit den Vorbereitungen begonnen, berichtete Daniel Lampert, Leiter der Rankweiler Feuerwehrjugend. Bei regelmäßigen Treffen wurde der Ablauf des Events geplant. Die Aufgabe sei dieses Mal leichter gefallen als noch bei der Premiere vor zwei Jahren. Die damals gesammelten Erfahrungen kamen den Veranstaltern zugute. „Beim ersten Rennen sind uns die Enten ausgegangen. Damit das heuer nicht passiert, haben wir deren Menge fast verdoppelt“, sagte Lampert. 750 der gelben Gummitiere sind im Jahr 2015 an den Start gegangen, beim gestrigen Rennen warteten 1200 Badeenten auf ihren Einsatz.

Kreative Gestaltung. Bei der Gestaltung der Hindernisse im Bachbett haben die Organisatoren der Veranstaltung ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. So wurden etwa aus Holz künstliche Engpässe gebastelt oder die gelben Gummischwimmer wurden von Plastiktonnen eingebremst.

Erfreut über das Engagement der Jugendlichen und das Interesse der Bevölkerung an der Veranstaltung zeigte sich Franz Abbrederis, Mitbegründer und Obmann von „Netz für Kinder“. Mit dem gesammelten Geld werden von den Vereinsverantwortlichen Mädchen und Buben in schwierigen familiären Situationen unterstützt. Insgesamt sind es rund 120 Kinder, denen im Rahmen von verschiedenen Projekten und im Kinderhaus „talENTE“ geholfen wird, berichtete Abbrederis. Das „Netz für Kinder“ sei auf Spenden angewiesen, da bewusst darauf verzichtet werde, die Aktivitäten mit öffentlichen Geldern zu finanzieren.

Schönes Erlebnis. Umso wichtiger sei daher das Engagement örtlicher Vereine und Institutionen so wie beim Entenrennen in Rankweil. „Und die Organisation einer solchen Veranstaltung ist für die Jugendlichen eine wertvolle Erfahrung. Sie planen alles von A bis Z und sehen dann den Erfolg. Das ist ein schönes Erlebnis“, meinte der Vereinsobmann. Zwei weitere Entenrennen sind heuer noch in Bludesch und Mäder geplant.

Unter den Zuschauern befand sich auch Bruno Öhre, Landesjugendreferent des Feuerwehrverbandes. Er zeigte sich ebenfalls angetan von der Veranstaltung und lobte das Engagement der Nachwuchs-Florianijünger sowie der Ministranten. Zudem freute er sich über den Zuspruch der Besucher. Dieser sei auch ein Ausdruck der Wertschätzung gegenüber dem Engagement der jungen Menschen.

<p class="caption">Impressionen vom Entenrennen (l.) und aus dem Fußball-Camp.</p>

Impressionen vom Entenrennen (l.) und aus dem Fußball-Camp.

<p class="caption">Im Ziel wurden die Enten eingesammelt und dann ihren Besitzern übergeben.</p>

Im Ziel wurden die Enten eingesammelt und dann ihren Besitzern übergeben.

<p class="caption">Rund 600 Meter lang war die Strecke für das Rennen.</p>

Rund 600 Meter lang war die Strecke für das Rennen.

„Die Organisation einer solchen Veranstaltung ist eine wertvolle Erfahrung.“

Franz Abbrederis, Obmann von „Netz für Kinder“
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