„Mehr Spaß haben als die anderen“

Die Klostertalerin Nadine Wallner (24) startet heute in Chamonix die Mission Titelverteidigung. Ihr Erfolgsrezept: Mehr Spaß haben.

Endlich geht es los. Ist die Vorfreude groß?

NADINE WALLNER: Und wie, das war eine lange Pause. Es kribbelt jetzt schon richtig.

Die wetterbedingte Absage des ersten Bewerbs in Kanada hat die Vorbereitungszeit unerhofft verlängert. Wie haben Sie diese Zeit genützt?

WALLNER: (lacht) Ich hab’ natürlich Zeit an der Universität verbracht, wobei das nicht die ideale Freeride-Vorbereitung ist. Ich war viel unterwegs, habe gute Hänge zum Üben gesucht. Auch hier in Chamonix.

Wie bereiten Sie sich jetzt vor Ort vor?

WALLNER: Gott sei Dank ist das Wetter besser geworden. Den Facecheck haben wir gemacht, sonst hätten wir uns nur auf Fotos verlassen müssen. Es stand auch ein Rescue-Camp auf dem Programm. Es ist immer gut, die Sicherheitsmaßnahmen aufzufrischen. Am Freitagnachmittag hieß es dann: Hirnen. Welche Linie fahre ich?

Sie kennen den Hang bereits. Können Sie sich an die Linie des vergangenen Jahres noch erinnern?

WALLNER: Als ob es gestern gewesen wäre.

Die Linie hat gut funktioniert, Sie fuhren immerhin auf Rang zwei. Sie können doch einfach dieselbe Linie noch einmal fahren?

WALLNER: Nein, das mach’ ich nicht. Das ist nicht mein Anspruch, außerdem wird‘s ja langweilig (lacht). Ich will kreativ sein und einen neuen, besseren Weg nach unten finden.

Aber sportlich an den Erfolg anknüpfen …

WALLNER: Klar.

Also Rang zwei oder besser?

WALLNER: Platzierung will ich keine formulieren. Der Schuss geht meis­tens nach hinten los. Mit einer Platzierung im Hinterkopf fährt man nicht so befreit. Ich will die richtige Linie finden, schnell und gut runter kommen. Dann kann es nicht so falsch sein. Geurlain Chicherit (vierfacher Freeride-Weltmeis­ter, Anm.) hat einmal gesagt: Du musst da oben einfach mehr Spaß haben als alle anderen. Dann gewinnst du.

Und Siegen haben Sie vergangene Saison ja gelernt. Jetzt sind Sie Titelverteidigerin. Was hat sich verändert?

WALLNER: Jetzt bin ich die Gejagte. Wobei das kaum spürbar ist. Der Fahrerzirkus ist sehr familiär. Aber im Contest jagt man mich.

Und im Umfeld? Vergangenes Jahr haben Sie sich Ihren Sport durch Skilehrerdasein finanziert.

WALLNER: Das mach’ ich jetzt nur noch selten. Zu besonderen Anlässen oder bei bestimmten Anfragen.

Sie sind seit Neuestem auch Teil des Red-Bull-Teams …

WALLNER: Ja, das ist schon wahnsinn. Auch einen neuen Bekleidungssponsor habe ich bekommen . . .

Man könnte sagen, Sie sind jetzt Profi?

WALLNER: (lacht) It seems so. Ja, ich glaube schon.

Wie stehen Ihre Chancen zur Titelverteidigung?

WALLNER: Das ist schwer einzuschätzen. Das Starterfeld dieses Jahr ist sehr stark und ausgeglichen.

Und wie schätzen Sie die Chancen der anderen Vorarl­berger (Lorraine Huber und Fabio Studer, Anm.) ein? Was erwarten Sie?

WALLNER: Nur großes!

Also können wir uns darauf einstellen, dass es bei den Freeskiern wird wie bei den Snowboardern? Eine Vorarlberger Dominanz?

WALLNER: (lacht) Hoffentlich. Hopp gsi, hopp gsi!

Interview:
Michael Prock

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