DENKZETTEL

Dach über Kopf

Das sollte jenen, die am liebsten im eigenen Saft schmoren, zu denken geben. Selten zuvor hat Österreich eine Phase durchlaufen, wo die Innenpolitik in einem solchen Ausmaß vom Geschehen in der weiten Welt bestimmt wird: die Griechen und der Euro, die Konjunktur und die alarmierende Lage am Arbeitsmarkt, Paris und die Integration, das Morden in Syrien, Irak und die Asylfrage.

Ein Blick über die Landesgrenzen genügt, um zu erahnen, warum in den nächsten Monaten die Asylzahlen explodieren werden. Um die Lage zu entschärfen, will die Innenministerin die Spielregeln für Asylwerber aus sicheren Herkunftsländern verschärfen – aus gutem Grund: Am Balkan gehören Krieg und politische Verfolgung zum Glück der Vergangenheit an. Warum Kosovaren, Serben, Bosnier, die ein Zehntel alle Quartiere belegen, überhaupt noch um Asyl ansuchen können?

An einer Zuspitzung der Asyllage kann niemand interessiert sein. Die ersten Opfer wäre jene, die am dringendsten ein Dach über dem Kopf brauchen: schwer traumatisierte Kriegsflüchtlinge aus dem Irak, Syrien, vielleicht bald der Ukraine. MICHAEL JUNGWIRTH

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