Gehör und Stimme geben

Seit zwei Jahren gibt es die Frauencafés der Caritas. Diese bieten Flüchtlingsfrauen einen Treffpunkt.

Information bieten. Den Alltag und das Ankommen hier in Vorarlberg erleichtern. Durch den Austausch mit anderen Frauen Netzwerke flechten – all das wird im Rahmen der Frauencafés der Caritas geboten. Die Idee dazu hatte Caritasmitarbeiterin Dorothea Manser-Lehner. „In der täglichen Arbeit in der Beratungsstelle Existenz & Wohnen ist uns aufgefallen, dass primär Männer als Familienoberhaupt auftreten, Ansprechperson für Behörden sind und im Integrationsprozess oft einen großen Vorsprung haben“, erzählt die klinische und Gesundheitspsychologin. Manser-Lehner und das Team der Beratungsstelle suchten nach Möglichkeiten, Frauen und ihren spezifischen Themen ein spezielles Augenmerk zu schenken, die Frauencafés erwiesen sich als geeignete Antwort.

Kinder willkommen. Alle fünf bis sechs Wochen werden diese Treffen in Bregenz und Feldkirch angeboten. 630 Besucherinnen zählten die ­Organisatorinnen, dabei wurden die Kinder nicht mitgerechnet. „Es ist wichtig, dass die Frauen die Kleinen mitbringen können, viele hätten ansonsten keinen Zugang zu unserem Angebot. Die Mädchen und Buben sind es auch, die für viel Lachen und Unbekümmertheit sorgen und die Kommunikation erleichtern, wenn Sprachbarrieren bestehen.

Wichtig ist für Dorothea Manser-Lehner auch, dass sowohl Frauen, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist, als auch jene, die einen positiven Asylbescheid haben, eingeladen sind.

Sozialpaten. Neben dem geselligen Austausch, der Vernetzung und Informationen bilden auch Fachvorträge einen speziellen Schwerpunkt, und hier steht wiederum das Thema Frauengesundheit im Mittelpunkt. „Oft geht es auch um ganz praktische Fragen, etwa um eine Adresse für eine gute Frauenärztin.“ Manche Probleme gehen auch unter die Haut, etwa, wenn Familien auseinander gerissen wurden oder Frauen in einer problematischen familiären Situation leben. Hier „greift“ ein weiteres Angebot der Caritas, nämlich das der Sozialpaten, die konkrete Hilfestellung leisten: Etwa, wenn ein Baby geboren wird und die Ehrenamtlichen unterstützend tätig sind. Auch beim Erlernen der deutschen Sprache sind die Sozialpaten oftmals behilflich.

Aus den Frauencafés sei in den vergangenen zwei Jahren sehr viel Positives – wie beispielsweise der „Lerntreff Deutsch“ in Feldkirch – entstanden, berichtet Manser-Lehner. „Es ist natürlich schön, zu sehen, wenn Frauen, die anfänglich zu den Treffen gekommen sind, nun berufstätig sind und ihr Leben selbst managen.“ Diese Damen seien in gewisser Weise ­Pionierinnen und Vorbilder für ihre Kinder.

Das nächsten Treffen sind in Bregenz am 16. März und in Feldkirch am 6. April geplant.

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