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Austria dank 3D Herbstmeister

06.11.2021 • 01:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Torschütze Wallace glänzte mit ausgezeichneter Schusstechnik. <span class="copyright">GEPA/Lerch</span>
Torschütze Wallace glänzte mit ausgezeichneter Schusstechnik. GEPA/Lerch

Austria Lustenau gewinnt zu Hause 2:0 gegen Horn und ist Herbstmeister der 2. Liga.

Die Herbstmeisterschaft ist für uns nicht wichtig“, sagte Austria-Trainer Markus Mader unmittelbar nach Schlusspfiff des letzten Heimspiels der Saison. „Wir haben gewonnen, weil wir extrem dominant gespielt haben und unsere Tore irgendwann erzwungen haben“, wollte der 53-Jährige viel lieber über die zuvor gesehenen 90 Minuten sprechen. Durch den siebten Sieg im achten Heimspiel sicherten sich die Grün-Weißen völlig verdient die Herbstmeisterschaft. Der erste Verfolger FC Liefering könnte zwar theoretisch nach der Hinrunde noch mit den Lustenauern gleichziehen, an der Austria vorbei kommen sie aber aufgrund des direkten Duells (2:1 für die Mader-Elf) nicht mehr. Es ist nach 2012 und 2016 die dritte Herbstmeisterschaft für die Austria in den vergangenen zehn Jahren.

Die Regel des Erfolgs

Dass der stolze Verein vom Rhein nach zwei Seuchenjahren mit den ernüchternden Platzierungen 11 beziehungsweise 13 verdient wieder zurück an der Spitze der zweithöchsten Spielklasse Österreichs steht, hat mit der Entwicklung der vergangenen Monate zu tun; und mit der 3D-Regel, die Coach Mader am Vortag des Spiels den Journalisten vorgestellt hatte. Sein Team solle dominant, druckvoll und defensiv abgesichert agieren. Diese Vorhaben gelangen seinem Team gegen Horn fast nach Plan.
Bereits nach gut drei Minuten konnte Gäste-Keeper Fabian Ehmann einen stark getretenen Freistoß von Michael Cheukoua mit den Fingerspitzen gerade noch an die Stange abwehren. Der Kameruner Flügelflitzer in Diensten der Lustenauer machte zu Beginn viel Dampf, allerdings gelang ihm mit Fortdauer der Partie immer weniger. Als ein Abschluss von Fabian Gmeiner (7.) und ein Freistoßtrick mit anschließendem Getümmel im Horner Strafraum ohne zählbaren Erfolg verpufften, war auch die erste Angriffswelle der Hausherren gebrochen.

Austria dank 3D Herbstmeister
Zwei Mal ließen es die Lustenauer gestern im Top zappeln. GEPA/Lerch

Kein Schuss aufs Tor

Horn konzentrierte sich auf die Verteidigung und machte dies lange zur vollen Zufriedenheit von Gäste-Trainer Rolf Landerl. Allerdings machten die Waldviertler in der Offensive keinen Stich und kamen zu keinem einzigen Torschuss. Austria-Keeper Domenik Schierl hätte wohl besser zur langen Unterhose gegriffen, um sich warmzuhalten. Die Lustenauer taten sich schwer, zu zwingenden Chancen zu kommen, dazu flogen die zahlreichen Flanken entweder weit über den Kopf von Sturm-Turm Haris Tabakovic oder wurden schon im Vorfeld abgeblockt.

Zwei Traumtore

Nach der Pause entschied der vielleicht entscheidende Faktor des aktuellen Höhenfluges die Partie zugunsten der Hausherren: ihre individuelle Klasse in der Offensive. Nach 57 Minuten schnappte sich Muhammed Cham aus halbrechter Position 20 Meter vor dem Tor den Ball und hämmerte diesen dank seiner außergewöhnlichen Schusstechnik unhaltbar ins Horner Gehäuse. Kurz darauf kopierte Wallace diesen sehenswerten Treffer von der halblinken Seite. Der Brasilianer – auch einer der Edeltechniker im Lustenauer Kader – entschied sich bei seiner Ausführung für etwas weniger Wucht und dafür etwas mehr Präszision als Cham zwölf Minuten zuvor. Spätestens jetzt bestand kein Zweifel mehr, dass die Austria auch in diesem Spiel als Sieger vom Platz gehen würde und damit die Formdelle erfolgreich überwunden hatte. Da machte es auch nichts, dass der Torjäger vom Dienst Tabakovic (87.) und Joker Bryan Texeira (89., an die Latte) nicht zum Torerfolg kommen konnten.
Die Herbstmeisterschaft ist ein erster Schritt in Richtung richtiger Pokale, in 14 Tagen könnte bereits der „Winterkönig“ folgen.

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