_Homepage

Prozesse nach Auflösung der Rechtsanwaltskanzlei

30.03.2022 • 15:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Symbolbild<span class="copyright"> Klaus Hartinger</span>
Symbolbild Klaus Hartinger

Rechtsanwalt verklagt Rechtsanwalt: Zivilprozesse um Honorare nach Beendigung der beruflichen Zusammenarbeit.

Es sei schade und für ihn unverständlich, wenn Rechtsanwälte nach der Beendigung ihrer beruflichen Zusammenarbeit Streitigkeiten vor Gericht austragen. So kommentierte ein Jurist am Mittwoch die Zivilprozesse, die zwei ehemalige Betreiber einer gemeinsamen Anwaltskanzlei gegeneinander führen.

Verhandlungen am Mittwoch

Am Mittwoch fand am Landesgericht Feldkirch eine weitere Verhandlung in den zivilrechtlichen Auseinandersetzungen der früheren Kanzleipartner statt. Juristisch gestritten wird dabei nach der Auflösung der Kanzleipartnerschaft um die Aufteilung von Honoraren.
Die Zivilrichterin hat zwei Verfahren zusammengeführt und verhandelt über beide gemeinsam. In dem einen Rechtsstreit fordert der Kläger vom Beklagten 31.000 Euro. In dem anderen Prozess sind die Rollen vertauscht. Dort beantragt der Kläger, der im ersten Verfahren der Beklagte ist, die ebenfalls mit 31.000 Euro bewertete gerichtliche Feststellung, dass eingegangene Honorare aus alten Akten zu je 50 Prozent aufgeteilt werden.
Um Geldforderungen wurde schon prozessiert, als die Unterländer Anwältegesellschaft noch Bestand hatte. Klägerin im damaligen Zivilprozess am Landesgericht war eine Rechtsanwältin, die aus der Kanzlei ausgetreten war. Nach ihrem Ausscheiden als Gesellschafterin forderte sie von ihren beklagten Ex-Kanzleikollegen 77.000 Euro. Auch an einem Bezirksgericht wurde prozessiert.

Disziplinarstrafen

Die seinerzeitigen Verfahren trugen zwei beklagten Anwälten, von denen einer an den derzeit anhängigen Prozessen beteiligt ist, sogar Disziplinarstrafen ein. Wegen standeswidrigen Verhaltens wurden sie zu Geldstrafen verurteilt. Denn sie hätten bewusst eine unrichtige Prozessbehauptung über Zahlungen an die Klägerin aufgestellt und das Verfahren am Landesgericht in schikanöser Weise verzögert, meinten die Disziplinarrichter. Die Anwälte bekämpften ihre Disziplinarstrafen erfolglos beim Verfassungsgerichtshof.