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Drohungen und Übergriffe

01.04.2022 • 16:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Symbolbild <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Symbolbild Klaus Hartinger

Kläger bestreitet Vorwürfe und verlangt in Arbeitsprozess für ungerechtfertigte Entlassung 84.000 Euro.

Ein langjähriger Mitarbeiter eines Oberländer Textilunternehmens bekämpft, wie berichtet, in einem anhängigen Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch seine Entlassung. In der zweiten Verhandlung wurde am Freitag bekannt, was im Einzelnen dem entlassenen Kläger zum Vorwurf gemacht wurde. Der Personalchef sagte bei seiner Befragung, der Mitarbeiter habe im Oktober 2021 verbal und mit Gesten Morddrohungen gegen einen Schulungsleiter ausgestoßen und ihn beschimpft. Zudem habe er dem Schulungsleiter in die Brust und ins Bein gezwickt.

Beim Schulungsleiter handelte es sich um den Mitarbeiter eines belgischen Maschinenlieferanten. Nach dem Vorfall habe der Kläger in Belgien beim Schulungsleiter angerufen und ihn unter Druck gesetzt, gab der Personalleiter vor Gericht zu Protokoll. Er habe nach dem Vorfall vom Oktober sofort die Entlassung angeordnet. Erst im Nachhinein habe er von mehreren Verwarnungen erfahren, die über den Mitarbeiter in der Vergangenheit verhängt worden seien.

Kläger streitet ab

Der Kläger bestreitet die Vorwürfe und meint, die Entlassung sei nicht gerechtfertigt gewesen. Er fordert von seinem ehemaligen Arbeitgeber, für den er 24 Jahre lang tätig gewesen sei, 84.000 Euro: rund 53.000 Euro als Abfertigung, 24.000 Euro als Kündigungsentschädigung und 5000 Euro als Urlaubsersatzleistung.

Klagsvertreter Sanjay Doshi sagte am Freitag, die Entlassung sei auch deshalb unwirksam, weil sie verspätet vorgenommen worden sei. Denn das Entlassungsschreiben sei an die falsche Adresse verschickt worden und erst nach zwei Wochen zum Kläger gelangt. Zudem habe man zum Kläger am Tag des Vorfalls nur gesagt, er solle heimgehen und seine Sachen abgeben. Von Entlassung sei keine Rede gewesen. Arbeitsrichter Gabriel Rüdisser merkte an, nun werde auch geprüft werden, ob die Zustellung des Entlassungsschreibens verspätet erfolgt sei.    

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