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Egg wird sich verändern

02.04.2022 • 19:17 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
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Klaus Hartinger

Im Zentrum in Egg wird – vom Kinderhaus bis zum Busbahnhof – viel gebaut.

In Egg an der Hauptkreuzung gibt es momentan den dritten Kreisverkehr des Bregenzerwaldes. Momentan deshalb, weil er eigentlich nur eine Übergangslösung ist. Die nahegelegene Taubenbrücke ist nämlich gesperrt und wird auch nicht mehr für den Autoverkehr zugelassen. Dabei haben viele Autofahrer, die von Richtung Großdorf kamen, vorher den Weg über diese Brücke gewählt, um in die Hauptstraße einzufahren und nicht die Hauptkreuzung benutzen zu müssen. Gäbe es den Kreisverkehr dort jetzt nicht, herrschte an der Kreuzung ein Verkehrschaos, verbunden mit Wartezeiten für Autofahrer aus Richtung Großdorf von bis zu 20 Minuten. Bürgermeister Paul Sutterlüty sagt: „Der Kreisverkehr funktioniert hervorragend, und er ist ein wesentlicher Teil einer Verbesserung der Verkehrssituation im Zentrum.“ Bewilligt ist der Kreisverkehr bis Dezember 2022. „Wir möchten ihn aber behalten“, sagt Paul Sutterlüty

Bürgermeister Paul Sutterlüty beim provisorischen Kreisverkehr. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Bürgermeister Paul Sutterlüty beim provisorischen Kreisverkehr. Klaus Hartinger

Gesperrt ist die Taubenbrücke, weil dort ein Busterminal gebaut wird. Alle Busse aus dem Vorder-, dem Hinterwald und aus dem Rheintal werden künftig dort ein- und abfahren. Die Eröffnung ist für Dezember 2022 geplant. Später soll der Terminal zu einem Mobilitätsknotenpunkt erweitert werden, wo man E-Autos und E-Bikes ausleihen kann und wo es Fahrradabstellplätze gibt.
Errichtet wird der Busbahnhof, weil: „Egg ist der zentrale Busknotenpunkt im Bregenzerwald. Das Umsteigen ist mit dem Queren der vielbefahrenen L 200 verbunden, was gefährlich sein kann. Der neue Busbahnhof bannt diese Gefahr“, sagt der Bürgermeister. Ein weiterer Grund ist: Die Busse an der Hauptstraße behindern das Geschehen an der Hauptkreuzung, was durch den Busterminal wegfallen wird. Das Projekt kostet 4,5 Millionen Euro.
Der Busterminal ist nur eines von mehreren Bauprojekten, die im Egger Zentrum laufen oder begonnen werden.

„Bienenhaus“ wird im Herbst eröffnet

Vor einem Jahr wurde unterhalb der Bäckerei Sutterlüty mit dem Bau des Kinderhauses begonnen, im September füllen es die ersten Kinder mit Leben; es werden ca. 45 sein. Zehn Betreuerinnen kümmern sich um sie. Das Kinderhaus im Zentrum ist ein Projekt der Gemeinden Egg und Andelsbuch. Es richtet sich an eineinhalb- bis dreijährige Kinder. Das Haus mit fünf Giebeln beherbergt auch einen Spiel- und Werkraum, draußen gibt es einen Spielplatz. Unter dem Haus wird eine Tiefgarage gebaut, da oben nur fünf Parkplätze sind. Die Kosten belaufen sich auf circa fünf Millionen Euro. In einem Bürgerbeteiligungsverfahren wurden Namen für das Haus gesammelt, das Rennen machte „Bienenhaus“.

Circa 45 Kinder werden im gerade entstehenden Kinderhaus ab September betreut.<span class="copyright"> hartinger</span>
Circa 45 Kinder werden im gerade entstehenden Kinderhaus ab September betreut. hartinger

Abreißen und neubauen

Ende 2022 wird das ehemalige Postamtsgebäude neben dem Gemeindeamt abgerissen und neu gebaut. Umgesetzt wird das Siegerprojekt eines Wettbewerbes, das von den Architekten „Ludescher und Lutz“ stammt. Es werde ein sehr prägnantes Gebäude, so Bürgermeister Sutterlüty, in dem unten Gastronomie und oben ­Büros sowie Wohnungen entstehen sollen. Zeitgleich wird unter dem Gemeindeplatz, der neben dem Postamtsgebäude ist, eine Tiefgarage gebaut. „Dieser Platz wird sich komplett verändern“, sagt Paul Sutterlüty. Dort soll mehr Leben einkehren. Die Bauzeit wird mit eineinhalb Jahren berechnet. Das Projekt wird von der Loco 597 Investment GmbH betrieben.

Visualisierung des neuen Gebäudes, das anstelle des alten Postamtes gebaut wird. <span class="copyright">Loco 597 Investment GmbH</span>
Visualisierung des neuen Gebäudes, das anstelle des alten Postamtes gebaut wird. Loco 597 Investment GmbH

Wohnen im Zentrum

Oberhalb der Busbahnhof-Baustelle wird die Wohnanlage „Wohnen im Zentrum“ gebaut. Das Projekt wird nicht von der Gemeinde betrieben, sie war jedoch Eigentümerin des Grundstückes und verkaufte es nur unter der Bedingung, dass die Wohnungen vermietet werden. „Wir wollten die Gewissheit, dass die Wohnungen nicht an reiche Menschen verkauft werden, die sie nur zwei Mal pro Jahr benützen. Wir möchten, dass im Zentrum wieder mehr Menschen wohnen“, so der Bürgermeister. Ein weiteres Zentrumsprojekt, das nicht von der Gemeinde betrieben wird, ist ein Hotelbau. Anstelle des und rund um das Gasthaus Ochsen soll ein 90-Betten-Hotel mit drei Häusern entstehen. Es gibt aber noch keinen Baubescheid, da ein Nachbar Einspruch erhoben hat.

Baustelle Wohnanlage. <span class="copyright">hartinger</span>
Baustelle Wohnanlage. hartinger

Zentrum untertunneln

Ca. 14.000 Autos fahren täglich durch Egg, was oft zu Stau führt. Um eine Verkehrslösung zu finden, wurde 2017 ein Bürgerbeteiligungsverfahren gestartet. Das Hauptergebnis war: Der Verkehr aus dem Zentrum muss weg – auch deshalb, damit der Mittelpunkt von Egg wieder attraktiv wird. Mit Architekt Helmut Kuess wurde ein Masterplan erarbeitet, der u.a. eine Untertunnelung des Zentrums vorsieht. Diese soll vor der Tankstelle beginnen und bis zum Sägewerk Troy führen. Momentan läuft eine Umwelterheblichkeitsprüfung, sie sollte heuer noch abgeschlossen sein. Bis wann mit der Untertunnelung begonnen werden könnte, ist ungewiss.

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