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Berufung: Strengere Strafe für Tierquäler

06.04.2022 • 15:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Symbolbild <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Symbolbild Klaus Hartinger

Hund mit Eisenstange misshandelt.

Seinen Hund hat der Angeklagte nach den gerichtlichen Feststellungen im September 2021 bei einer Bushaltestelle in Feldkirch misshandelt. Demnach hat der betrunkene Mann seinem kleinen Mischlingshund mit einer Eisenstange mehrfach Stöße versetzt. Zudem hat er das Tier mehrmals hochgehoben und aus einer Höhe von rund 60 Zentimetern auf den Boden fallenlassen.

Strafe für Tierquälerei

Wegen Tierquälerei wurde der mit vier Vorstrafen belastete Arbeitslose im November 2021 am Landesgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Das milde Urteil, mit dem der Angeklagte einverstanden war, wurde von der Staatsanwaltschaft Feldkirch bekämpft, mit Erfolg.

In zweiter Instanz verhängte das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) am Mittwoch über den 49-Jährigen aus dem Bezirk Feldkirch zusätzlich zur Geldstrafe von 1200 Euro eine bedingte, nicht zu verbüßende Haftstrafe von drei Monaten. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. In der Berufungsverhandlung wurde der Strafberufung der Staatsanwaltschaft Folge gegeben und die Strafe angehoben. Das Urteil ist nun rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre zwei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht acht Monaten Haft. Die Bewährungszeit für die bedingte Haftstrafe beträgt drei Jahre.

Geldstrafe allein zu milde

Die Staatsanwältin in der Feldkircher Gerichtsverhandlung hielt die in erster Instanz nur aus einer Geldstrafe bestehende Sanktion für zu milde. Die öffentliche Anklägerin hat darauf verwiesen, dass alle vier Vorstrafen als einschlägig zu werten seien, nämlich als Aggressionsdelikte. So sei der Angeklagte in der Vergangenheit auch schon einmal wegen Gewalt gegen eine Frau rechtskräftig verurteilt worden. Er habe den Kopf seiner damaligen Partnerin gegen eine Wand geschlagen und ihr Faustschläge ins Gesicht versetzt. Jetzt sei er mit der Misshandlung seines Hundes wieder mit ungewöhnlicher Brutalität straffällig geworden. Sein Aggressionspotenzial sei ein erhebliches. Er habe mit gewaltsamem Vorgehen schon mehrfach Gleichgültigkeit gegenüber anderen Lebewesen gezeigt.

Wegen der einschlägigen Vorstrafen und des raschen Rückfalls nach der Verurteilung vom Juni 2021 nach dem Waffengesetz sei keine teilbedingte Geldstrafe mehr möglich, sagte der Feldkircher Richter. Der Hund wurde dem Angeklagten abgenommen und einem Tierheim übergeben.

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