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Alpin Loacker mit neuer Strategie

07.04.2022 • 18:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Loacker Alpin Sport Götzis<span class="copyright">NEUE</span>
Loacker Alpin Sport GötzisNEUE

Zukünftig verkauft das Unternehmen nur noch Produkte seiner Eigenmarke, und auch das nur über das Online-Geschäft.

Seit 1993 ist das Sportfachhandelsgeschäft Alpin Loacker in Götzis in der Alpinistenszene und bei vielen Outdoor-Begeisterten ein Begriff. Doch jetzt wird Inhaber Felix Loacker, der Sohn der beiden Firmengründer, das Unternehmen völlig neu aufstellen und sich zukünftig nur noch auf das Online-Geschäft mit der Eigenmarke „Alpin Loacker“ konzentrieren.

50.000 Kunden im Webshop

Wie Felix Loacker erklärte, baue er seit etwa 2018 parallel zum Ladengeschäft in Götzis den Online-Webshop kontinuierlich auf. Mittlerweile zähle man dort mehr als 50.000 Kunden, insbesondere aus Deutschland. Dabei seien jene, die die Eigenmarken-Produkte über Amazon kauften, noch gar nicht eingerechnet. Um die Dimensionen zu verstehen: „Im vergangenen Monat haben wir über den Online-Shop 10.000 Artikel versendet.“ Innerhalb mehrerer Wochen erziele man damit mehr Umsatz als mit dem Geschäft in Götzis im ganzen Jahr.
Die Sortimentspolitik des Ladengeschäfts mit mehreren Marken ist mit dem Webshop jedoch Geschichte. „Es gibt nur noch Produkte unserer Eigenmarke zu kaufen, die aktuell etwa 500 Artikel umfasst“, so Loacker. Dazu gehören Bekleidung, diverse Merino-Wolle-Produkte und Equipment, allerdings keine Alpin-Hardware. Er wolle sich mit dem Fokus auf die Eigenmarke bewusst aus der Abhängigkeit von der Sortimentspolitik der großen Sportbekleidungshersteller lösen. „Ich möchte nicht als Wiederverkäufer ständig für andere Marken arbeiten.“
Entwicklung und Design seiner Ware übernehme er zusammen mit zertifizierten Partnerbetrieben in Asien, wo sie auch produziert werden. Produkte aus der Serie „Alpin Loacker – Made in Austria“ werden jedoch in Vorarlberg hergestellt. Dazu betreibe man eine eigene kleine Schneiderei. Zudem biete man auch weiterhin Reparatur- und Servicedienstleistungen vor Ort an.

Bis zu 15 Beschäftigte

Bis Ende 2022 soll dafür ein neuer Standort in der Kummenbergregion in Betrieb genommen werden, die Entscheidung, wo genau, fällt in den nächsten Wochen.
Dort finden sich dann Verwaltung, Vertrieb und Versand sowie das Lager, ein Brandstore und der Servicebereich. Felix Loacker rechnet damit, dass er zum Betrieb des reinen Online-Geschäftsmodells am neuen Standort bis zu 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen wird. „Allein die Bewirtschaftung des Lagers erfordert fünf Mitarbeiter.“

Geschäft wird wohl geschlossen

Für das bestehende Ladengeschäft in Götzis bedeutet diese Entscheidung aller Voraussicht nach das Aus. „Wir haben monatelang versucht, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden, leider erfolglos.“ Das Geschäft zähle seit vielen Jahren über 2.000 Stammkunden. „Es wäre ein Selbstläufer, wenn man diese Form des stationären Bergsportartikelhandels mit diversen Marken aus Überzeugung macht.“
Sollte sich in den nächsten Wochen kein Interessent finden, schließt das Geschäft per Ende Mai 2022 endgültig. Die drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen ohnehin schon bald einem anderen Beruf nach. Derzeit läuft der Abverkauf.
Günther Bitschnau

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