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Erste Flüchtlinge beim AMS Vorarlberg

07.04.2022 • 19:27 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

35 ukrainische Flüchtlinge werden von AMS betreut. Zwölf haben schon oder beginnen bald mit einer Arbeit.

Einige ukrainischen Flüchtlinge kommen langsam im Alltag in Vorarlberg an: 100 Kinder werden schon hier unterrichtet, beim Arbeitsmarktservice Vorarlberg sind mit Stand gestern 35 ukrainische Kriegsvertriebene gemeldet. Das AMS hat bereits zwölf Beschäftigungsbewilligungen ausgestellt. Wenn ein geflüchteter Mensch einen Job in Aussicht hat, braucht er, um mit der Arbeit beginnen zu können, eine Beschäftigungsbewilligung. Diese zwölf Personen, für die die Bewilligung ausgestellt worden ist, haben schon eine Arbeit aufgenommen oder werden das bald tun.


Die 35 Menschen, die derzeit auf Arbeitssuche sind, werden beim AMS der Beratungs- und Betreuungseinrichtung „Check-In“ zugewiesen. Diese Stelle, in der auch Dolmetscher und mehrsprachige Personen angestellt sind, betreut vorgemerkte bleibeberechtigte Flüchtlinge und Personen mit Migrationshintergrund. In einem ersten Schritt werde dort ein Kompetenzcheck durchgeführt, wie AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter berichtet: „Es wird erhoben, was diese Menschen mitbringen, was sie gelernt haben und über welche anerkannten Abschlüsse sie verfügen.“ Zudem bietet das AMS, und zwar gleich von Beginn weg, Sprachkurse an. Es vermittelt auch, falls so etwas notwendig ist, Kurse zur Aus- und Weiterbildung, die die Chancen am Arbeitsmarkt erhöhen. Des Weiteren werden die arbeitssuchenden Flüchtlinge beim Erstellen der Bewerbungsunterlagen oder bei der Kontaktaufnahme mit einem Betrieb unterstützt. Ziel von „Check-In“ ist immer, nach Möglichkeit einen adäquaten Job je nach Ausbildungsniveau zu vermitteln.

 Bernhard Bereuter<span class="copyright">Frederick Sams</span>
 Bernhard BereuterFrederick Sams

Erst seit ein paar Tagen beim AMS

ie 35 ukrainischen Flüchtlinge sind schon beim „Check-In“ angemeldet, die ersten Beratungen fanden bereits statt. Es gebe aber noch kein Gesamtbild dieser Gruppe, etwa, ob es für manche Berufszweige viele Bewerber oder auch gar keine gibt. Dafür seien diese Menschen noch nicht lange genug in der Betreuung des AMS, so Bernhard Bereuter; konkret seien es erst ein paar Tage. Er könne nur sagen, dass es sich tendenziell um mehr Frauen handle und dass zwei, drei Pädagoginnen darunter seien, die früher Englisch und Deutsch unterrichtet haben. Man habe diesbezüglich schon Kontakt mit der Bildungsdirektion aufgenommen.


Das AMS verfüge bereits über viel Erfahrung mit Flüchtlingen und zugezogenen Migranten, deshalb habe man schnell auf die ukrainischen Kriegsvertriebenen reagieren können, sagt Bernhard Bereuter. Generell werde die Betreuung für geflüchtete Menschen sehr strukturiert angegangen und ergebe einen guten Überblick, so der AMS-Chef. Dies sei deshalb wichtig, weil einerseits viele Unternehmen großen Personalbedarf haben und man mit einer guten Erfassung der Arbeitssuchenden auf einen Blick sehe, ob jemand die erforderlichen Kompetenzen für die offenen Stellen mitbringe. Andererseits erkenne man rasch, ob es eine homogene Gruppe unter den Geflüchteten gebe, die zusätzliche Unterstützung brauchen, was dann sogleich organisiert werden würde.

Betriebssprache Englisch

Die mangelnden Deutschkenntnisse der ukrainischen Flüchtlinge sieht Bernhard Bereuter zwar als ein Problem, es sei jedoch nicht unüberwindbar. Zum einen werde der Spracherwerb sofort durch das AMS forciert. Zum anderen sei in manchen Vorarl­berger Unternehmen Englisch die Betriebssprache, und zudem gebe es Firmen, in denen seit Längerem Menschen aus der Ukraine arbeiten, die für die neu hinzugekommenen Ukrainer übersetzen können.
Wie lange die ukrainischen Flüchtlinge hierbleiben werden, weiß niemand. Ihre Vertriebenenausweise sind vorerst für ein Jahr gültig, können dann aber verlängert werden. Den Dienstgebern sei natürlich bewusst, dass diese Menschen eventuell nur kurz bei ihnen arbeiten. „Manche sind aber froh, wenn sie den Personalmangel zumindest für eine Zeit lang mindern können durch ukrainische Flüchtlinge“, sagt Bernhard Bereuter. Die unklare Situation habe das AMS auch nicht davon abgehalten, gleich mit der Betreuung der Kriegsvertriebenen zu beginnen.

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