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Jugendliche verletzten Linienbusfahrer schwer

08.04.2022 • 13:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Klaus Hartinger

Geldstrafen für zwei unbescholtene 15-Jährige, die 56-Jährigem mit Faustschlägen Jochbogen brachen.

Die geständigen 15-Jährigen haben am 30. Jänner in Egg einen Linienbusfahrer mit Faustschlägen ins Gesicht schwer verletzt. Der 56-Jährige erlitt eine Jochbogenfraktur.

Schwere Körperverletzung

Wegen des Verbrechens der schweren Körperverletzungen wurden die beiden unbescholtenen Angeklagten am Freitag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch jeweils zu einer teilbedingten Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 600 Euro. Die anderen 600 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Zudem wurden die Jugendlichen aus dem Bezirk Dornbirn dazu verpflichtet, dem Verletzten als Teilschmerzengeld 2000 Euro zukommen zu lassen.

Das Urteil von Richterin Sabrina Tagwercher, mit dem die Angeklagten einverstanden waren,  ist nicht rechtskräftig. Denn die Staatsanwältin nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre zweieinhalb Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht fünf Monaten Haft.

Der arbeitslose Zweitangeklagte, der dem Busfahrer im Gerichtssaal 50 Euro für den beschädigten Freisprechknopf übergab, muss Bewährungshilfe in Anspruch nehmen und ein Antiaggressionstraining absolvieren. Dem rumänischen Erstangeklagten blieben diese Bewährungsauflagen erspart, weil der Schüler demnächst in die Schweiz übersiedelt.

Zugeschlagen hatten die Fahrgäste, weil der Busfahrer sie und ihre Begleiterinnen des Busses verweisen wollte. Eines der Mädchen hatte sich zuvor im Bus übergeben.

Die Verteidigerin beantragte vergeblich eine Diversion für ihren Mandanten. Das sei wegen ihrer schweren Schuld nicht möglich, sagte die Richterin. Zudem hätten die Angeklagten schon mehrere Strafverfahren gehabt, die von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden seien, vor allem wegen ihrer Strafunmündigkeit mit weniger als 14 Jahren.

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