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Bodenständig und modern

09.04.2022 • 18:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">klaus hartinger</span>
klaus hartinger

Das Bio-Restaurant Moritz in Hohenems steht für gutbürgerliche Küche auf Höhe der Zeit.

Es ist nicht leicht, ein gutbürgerliches Lokal zu finden, das Fleischtiger und Veganer gleichermaßen begeistert. Umso erstaunlicher ist es, mit welcher Leichtigkeit das Bio-Restaurant Moritz in Hohenems dieser Aufgabe gerecht wird. Wöchentlich wechseln die Speisen auf der kleinen Karte. Dabei folgt sie dem Jahresrhythmus der Vorarlberger Bauern, die das Moritz beliefern. Es gibt, was Saison hat.

Nachschlag

Ist etwas aus, dann ist es aus. Was für die Karte stimmt, gilt aber nicht für den Teller. „Wenn ein Gast etwas noch einmal mag, dann gibt es das – ohne Widerrede“, betont Stefanie Brugger, bevor sie anfügt: „Es ist wie zu Hause. Bevor man Essen wegwirft, schöpft man besser noch einmal nach.“ Die Gäste sollen satt sein und mit einem guten Bauchgefühl nach Hause gehen.

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Bio-Kebab

Seit 2021 betreibt Brugger das Moritz gemeinsam mit ihrem Mann Marc und dem Küchenchef Roland König. Mit dem Restaurant möchte das Dreiergespann „Bio zu den Leuten bringen“, wie es Marc Brugger formuliert. „Wir wollen zeigen, was möglich ist“, so der Co-Geschäftsführer. Daher soll das Moritz nur der Anfang sein, denn die drei haben noch viel vor. Ihre Pläne reichen von Schulessen für Kinder bis zu bio­logischem Kalbskebab. Wenn er von seinen Gesprächen mit türkischen Metzgern und Imbissbuden-Betreibern erzählt, sieht man, wie sehr ihn das Potenzial begeistert.

Ein Handwerker

„Wir zerlegen halbe Tiere in der Küche!“, hebt König mit Stolz hervor. Der Koch legt offensichtlich großen Wert auf das Handwerk. Daher findet man in seiner Küche keine Geschmacksverstärker, dafür aber allerlei Eingelegtes aus dem Sommer.

Offenes Ohr

„Wir wollen Altes neu probieren“, erklärt König. Das scheint gut anzukommen. Als er etwa einmal eine Einbrenn-Suppe gekocht hat, soll ein älterer Gast geschwärmt haben: „Vor 30 Jahren habe ich das zum letzten Mal gegessen!“ Es freut den Küchenchef sehr, dass die Gäste Offenheit zeigen. Daher ist es keine Seltenheit, dass er durch das Restaurant geht und mit ihnen das Gespräch sucht.

Sebastian Vetter

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