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Entwürfe für „Rossstall“ gefragt

13.04.2022 • 19:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Wolfram Baldauf</span>
Wolfram Baldauf

Verteidigungsministerium lobte Architekturwettbewerb aus.

Seit mehr als einem Jahrzehnt laufen Überlegungen, welche Nachnutzung für den denkmalgeschützten Rossstall auf dem Areal der Oberst-Bilgeri-Kaserne in Bregenz sinnvoll und machbar sind. Immer wieder war das verfallene Gebäude als Probelokal für die Militärmusik und weitere musikalischen Einrichtungen im Gespräch. Doch ebenso unsicher wie die Zukunft der Militärmusik war auch jene des Rossstalls. Erst als sich der Bund im Jahr 2016 zur Militärmusik bekannte, nahmen auch die Diskussionen um die Verwendung des Rossstalls wieder Fahrt auf. Treibende Kraft des Projekts war hier in erster Linie der Obmann des Vorarlberger Blasmusikverbandes, Wolfram Baldauf.

Jury tag Mitte September

Mit der Ausschreibung eines EU-weiten offenen Architekturwettbewerbs macht das Verteidigungsministerium bzw. das Militärische Immobilienmanagementzentrum (MIMZ) jetzt sozusagen Nägel mit Köpfen. Welches Architekturbüro mit der Sanierung des Rossstalls und dem Neubau eines Musikprobenlokales betraut wird, könnte schon Mitte September feststehen. Dann tagt die Jury, um aus den eingereichten Entwürfen das Siegerprojekt zu ermitteln. Als Fachpreisrichter genannt sind die Architekten Erich Strolz und Eva Lopez aus Tirol sowie Dieter Klammer und Anton Nachbaur aus Vorarlberg.
Das Militärkommando Vorarl­berg erwartet sich „ein einmaliges Leuchtturmprojekt mit breitem Nutzen für verschiedene Kulturträger“, wie es in der Auslobung heißt. Die Räumlichkeiten sollen hauptsächlich von der Militärmusik genutzt werden, aber auch das Landessinfonieorchester und die Polizeimusik sollen in den neuen Räumlichkeiten Platz finden.

5 Millionen Euro

Für das Bauprojekt sind Errichtungskosten in der Höhe von fünf Millionen Euro veranschlagt. Neben dem Ministerium für Landesverteidigung beteiligen sich das Land und die Stadt Bregenz. Der Bund machte laut früheren Berichten eine Finanzierungszusage in der Höhe von drei Millionen Euro. Die Stadt Bregenz sicherte 2021 eine Investition von einer halben Million Euro zu. Die Inbetriebnahme des neuen Musikprobenzentrums ist für das vierte Quartal 2024 anvisiert.

<span class="copyright">Klaus hartinger</span>
Klaus hartinger

Raumprogramm

Doch was ist nun konkret geplant? Im rechten Teil des Gebäudes, der früher als Militärgefängnis diente, sollen Büroräumlichkeiten entstehen. Neben zwei kleineren Einheiten, die die Militärmusik und Polizeimusik für sich nützen wird, soll dort auch das neue Büro des Symphonieorchesters Vorarlberg sowie Lagerflächen untergebracht werden. Für den tatsächlichen Rossstall ist ein Mehrzweckaal samt Sanitärräumen und Garderobe angedacht. Anschließend an die 1911 errichteten und Stallungen soll ein Kubus für den Orchesterproberaum erbaut werden. Wie aus den Wettbewerbsunterlagen hervorgeht, ist eine Mindestfläche von 300 Quadratmetern vorgesehen. Die Mindestbreite wird mit 16 Metern, die lichte Raumhöhe mit sechs Metern angegeben.
Das Bundesdenkmalamt weist in der Auslobung darauf hin, dass der Rossstall in seiner Kubatur, mit seinem Ziegeldach und grobkörnigem Fassadenputz erhalten bleiben muss. Die bestehenden Fensteröffnungen könnten moderat verändert werden, heißt es. Der Neubau soll sich laut Denkmalschützern „mit klar erkennbarem Abstand“ dem Bestand anschließen.


Eine ganze Reihe von sicherheitstechnischen Auflagen gibt es seitens des Verteidigungsministeriums. So müssen sowohl der Rossstall als auch der Anbau über einen öffentlichen Zugang erschlossen werden. Als besondere Herausforderung wird direkte Nachbarschaft zur militärischen Liegenschaft gesehen. Konkret heißt es: „Eine direkte Einsicht in den Kaserneninnenhof und dem Gebäude der Stabs­kompanie ist einzuschränken, um vor allem ein dauerhaftes, uneingeschränktes Beobachten, Filmen oder Fotografieren weitgehend zu unterbinden.“