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Die Bräuche rund um Ostern

16.04.2022 • 18:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Klaus Hartinger

Das Osterfest steckt voller Symbolik.

Die Bräuche rund um das höchste Fest im römisch-katholischen Kirchenjahr haben lange Tradition. Ostern wird vielfach mit dem Hasen, Eiern oder dem Lamm in Verbindung gebracht. Doch warum eigentlich? In allen Fällen kann dies nicht nachvollzogen werden, aber es gibt einige Theorien.

Das Osterei

Hühner zählen sicherlich zu den treuesten Helfern des Osterhasen. Schließlich liefern sie ihm die notwendigen Eier, die er dann in weiterer Folge verteilen oder gar verstecken darf. Das Ei gilt als Symbol für neues Leben und Fruchtbarkeit. So wie Jesus von den Toten auferstanden und sein Grab ­verlassen hat, so schlüpft auch das Küken aus der Schale, heißt es in Erzählungen. Genau aus diesem Grund wird das Ei mit dem Wort Auferstehung assoziiert. Rund um das Ritual, dass Eier, egal ob aus Schokolade oder Gelatine, an Ostern verschenkt und gefärbt werden, kursieren verschiedene Gerüchte. Eines davon besagt, dass früher in der Fastenzeit auf Eier- und Fleischspeisen verzichtet wurde. Da die Hühner trotzdem weiterhin Eier gelegt haben, entstand ein Überschuss. Um zu verhindern, dass dieser verdirbt, mussten die Eier abgekocht werden. Damit anschließend die rohen von den gekochten unterschieden werden konnten, wurden Letztere gefärbt und oft auch in der Kirche geweiht. Am Ende der Fastenzeit habe man die angesammelten Eier verschenkt.


Andere Überlieferungen erzählen zudem, dass im Mittelalter die Bauern ihre Steuern, den sogenannten Zehent, an die Grundherren abgeben mussten. Damals war es wohl üblich, die Abgaben im Frühjahr nicht nur mit Geld, sondern auch mit Naturalien wie beispielsweise Eiern zu bezahlen. Die letztendlich übrig gebliebenen Eier seien an Ostern verschenkt worden.

Der Osterhase

Weshalb ausgerechnet der Hase ein Symbolbild für Ostern verkörpert und wieso er die Eier bringt, ist nicht gänzlich geklärt, es gibt allerdings Vermutungen. Anscheinend haben die Hasen im Frühling kaum Futter gefunden und daher in den Gärten der Dörfer danach gesucht. Für die Menschen damals eigenartig, denn eigentlich sind die Nager scheue Tiere. Der Glaube, dass der Hase nur kam, um die Eier zu verstecken, entstand angeblich zu dieser Zeit.
Ein weiterer Erklärungsversuch, wieso das Langohr als österliches Symbol gilt, berichtet von einem misslungenen Ostergebäck, welches vermutlich ein Lamm darstellen hätte sollen.
Was man allerdings sicher sagen kann, ist, dass Meister Lampe als Fruchtbarkeitssymbol dient. Der Zusammenhang zwischen Hase und Ei lässt sich vermutlich dadurch erklären. Gerade im Frühling werden zahlreiche Hasenbabys geboren.
Früher hatte der Osterhase zudem je nach Region einige Konkurrenten, gegen die er sich größtenteils durchgesetzt hat. In Teilen der Schweiz brachte der Kuckuck die Eier, in Gebieten Deutschlands beispielsweise der Fuchs oder Storch.

Das Osterlamm

Selbst heute noch wird in manchen Haushalten an Ostern ein Osterlamm gebacken, sprich ein Rührkuchen in Form eines Lammes. Dieser Brauch versucht sich damit zu erklären, dass zum jüdischen Passahfest damals Lämmer geschlachtet und gegessen wurden. Das Lamm eignete sich besonders gut als Opfertier, da es Fleisch, Milch und Käse, aber auch beispielsweise Kleidung lieferte. In der heiligen Messe sowie in der Bibel wird Jesus zudem oft als Lamm Gottes bezeichnet.

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