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Wo die Ostereier gemacht werden

16.04.2022 • 14:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Klaus Hartinger

Am Christahof in Bezau leben 2500 Hühner.

Auf dem Christahof in Bezau leben 2500 Hühner und vier Hähne. Obwohl sie jederzeit ins Freie könnten, sind beim Besuch der NEUE am Sonntag die meisten in den Ställen. Auf den beiden großen Wiesen des Hofes picken in Gruppen verteilt nur einige Hühner, manche nehmen ein Sandbad, andere liegen beim Platz, der von einem Sonnensegel überdacht ist. Ab und an kräht einer der Hähne. Auf dem Christahof wird nicht gezüchtet, dennoch sei es gut, die Hühner mit Hähnen zu halten, da sich die Weibchen dadurch sicherer fühlten, erklärt Michael Natter (27), der Betreiber des Christahofs.


Neben ihm arbeiten seine Eltern Hubert und Christa Natter mit sowie eine Teilzeitkraft und manchmal auch Michaels Freundin Anna Gmeiner. Sie haben eine arbeitsreiche Zeit hinter sich. Mengenmäßig würden in der Vorweihnachtseit zwar mehr Eier verkauft, aber um Ostern herum sei es kurz und intensiv.
Jede Henne des Christahofs hat acht Quadratmeter Auslauffläche. Wenn sie nach dem bekannten einen Ei pro Tag frei hat, kann sie draußen scharren und picken. Das eine Ei pro Tag stimmt übrigens nicht wirklich: Am Christahof gibt es bei 2500 Hühnern circa 2200 Eier pro Tag.

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KLAUS HARTINGER

Wurde belächelt

Es war Michaels Vater Hubert Natter, der den ehemaligen Rinder- zu einem Hühnerbetrieb umwandelte. 1994 begann er mit der Freilandhaltung der geflügelten Tiere. Damals wurde er dafür belächelt. Zu sehr waren die Menschen von der Käfighaltung überzeugt, die zu der Zeit üblich war. Die Erfahrung zeigte, dass die anderen – zum Glück für die Hühner und auch die Menschen, die die Eier essen – am Holzweg waren.
Auch wenn die Hühner so naturnah wie möglich gehalten werden, läuft im Betrieb einiges automatisiert ab. Anders ginge es nicht bei dieser Größe. Die Eier rollen automatisch vom Legeplatz aus dem Stall heraus. Dort werden die wenigen, die eine brüchige Schale haben, händisch aussortiert und die anderen in einen Karton gelegt. Danach kommen die Eier auf ein Fließband. Hier werden sie automatisch gereinigt, gewogen, mit einem Stempel versehen und auf feine Risse durchleuchtet. Nach diesem Prozess verpacken Michael Natter und seine Mitarbeiter die Eier in Kartons. Schlussendlich werden sie an den Handel, die Gastronomie und an Privatkunden verkauft.


Michael Natter, der den Betrieb vor zwei Jahren übernommen hat, ist auch Obmann des Vorarlberger Geflügelwirtschaftsverbandes. In den vergangenen 1,5 Jahren ist das Hühnerfutter um fast 50 Prozent teurer geworden, berichtet er. Deshalb steht wohl eine Preiserhöhung an, die in etwa 0,5 Cent pro Ei betragen werde, sagt der 27-Jährige.

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