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Kleine Bauhöfe sollen besser kooperieren

22.04.2022 • 20:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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klaus hartinger

Landes-Rechnungshof prüfte die Bauhöfe von sechs Vorderwälder Gemeinden.

Im Zeitraum von 2018 bis 2020 prüfte der Landes-Rechnungshof die Bauhöfe von sechs Vorderwälder Gemeinden auf ihre wirtschaftliche und zweckmäßige Aufgabenerfüllung. Die Ergebnisse wurden gestern präsentiert.
Die überprüften Bauhöfe sind diejenigen von Doren, Hittisau, Krumbach, Langen bei Bregenz, Langenegg und Sulzberg. Ihnen allen ist gemein: Es sind wenige Mitarbeitende beschäftigt und der Fahrzeug- sowie Gerätebestand ist überschaubar. Die Aufgabe der Bauhöfe – die Bereitstellung einer funktionierenden Infrastruktur – erfordert vielfältige Tätigkeiten, was für Kleingemeinden eine große Herausfoderung bedeute, wie es im Bericht des Landes-Rechnungshofes heißt.
Historisch gewachsene Strukturen würden eine gemeinsame Nutzung von Ressourcen der geprüften Bauhöfe erschweren. Lobend wurde in diesem Zusammenhang die Gründung einer Finanzverwaltung hervorgehoben, die eine wichtige Grundlage für das gemeinsame Nutzen von Ressourcen sei. Auch sei in den geprüften Gemeinden ein starker Wille zur Zusammenarbeit erkennbar.

Einsatz von Spezialisten

Beim Gebäudemanagement, der Wasserversorgung sowie der Abwasserbeseitigung empfiehlt der Landes-Rechnungshof, einen gemeinsamen Einsatz von Spezialistenteams zu prüfen. Zudem könne in solchen wissensintensiven Bereichen das vorhandene Know-how auf eine breitere Basis gestellt und die Vertretungssicherheit besser gewährleistet werden. Dazu sei auch ein regelmäßiger, themenbezogener Erfahrungsaustausch förderlich. Zusätzliche Synergiepotenziale gäbe es durch eine höhere Standardisierung bei verwendeten Systemen und Materialien. Nach Ansicht des Landes-Rechnungshofs biete gerade in kleineren Gemeinden ein gemeinsames Beschaffungsmanagement die Möglichkeit, bessere Konditionen zu erzielen. „Zudem sollten Maßnahmen zur Straßenerhaltung mit Genossenschaften und anderen Gemeinden in der Region verstärkt abgestimmt werde“, heißt es im Bericht.
Verbesserungen seien in jeder Gemeinde notwendig, gibt der Landes-Rechnunghof bekannt. So gäbe es etwa bei der Mitarbeiterführung, bei Winterdienstleistungen sowie in gemeindespezifischen Themen Verbesserungsbedarf. Führungsinstrumente wie Stellenbeschreibungen, eine Personaleinsatzplanung, aber auch interne Regelungen würden bislang zu wenig genutzt, so der Landes-Rechnungshof.
Im Allgemeinen regt der Landes-Rechnungshof an, Aufgabenverteilung und Personaleinsatz zu prüfen, gerade in Doren. Dort sei auch über eine Kooperation mit dem Abfallsammelzentrum Langen zu entscheiden. Der Landes-Rechnungshof bemängelt in Langen die Entscheidungsgrundlagen für die Beschaffung eines teuren Spezialfahrzeugs sowie dessen niedrige Auslastung. Auffallend seien in dieser Gemeinde weiters großzügige Einstufungen, die zu hohen Personalkosten führen.


Die geprüften sechs Gemeinden schrieben in ihrer Stellungnahme zu dem Bericht, dass die Empfehlungen zur Kenntnis genommen würden. „Sie helfen, die Kommunen in ihrem Tun zu unterstützen und weiterzuentwickeln“, heißt es in der Stellungnahme. Die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen werde weiterhin gepflegt und allenfalls ausgebaut.

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