_Homepage

Hortensien stehen heuer hoch im Kurs

23.04.2022 • 16:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">klaus hartinger</span>
klaus hartinger

Nicht nur bei der Kleidung flammen immer wieder alte Trends neu auf, auch bei Pflanzen.

Kaum ein Gehölz ist in den Gärtnereien derzeit so oft anzutreffen wie Hortensien. Die Sträucher lassen sich vortreiben und werden so zu Topfpflanzen. Als Topfhortensien werden meist Bauern- oder Tellerhortensien verwendet. Sie sind daher keine eigene botanische Art. Durch intensive Züchtungsarbeit sind eindrucksvolle Pflanzen mit vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten entstanden. Hortensien wurden dadurch sehr beliebt. Schließlich kann man die Halbsträucher nach ihrem Blütehöhepunkt ganz einfach in den Garten pflanzen oder als Kübelpflanzen weiterziehen.

Bauern- und Tellerhortensien

Die Bauernhortensien bilden große, kugelige Blütenbälle, die teilweise aus unfruchtbaren Schaublüten bestehen. Tellerhortensien bilden eher flache Blütenstände, oft von einem Kranz auffallender Blütenblätter umgeben. Das wirkt im Kontrast zum meist dunkelgrünen Laub sehr ansprechend. Hortensien kommen in den Blütenfarben Weiß, Rosa und Rot vor. Gelegentlich findet man auch kräftig blau blühende Sorten. Die gibt es nur, wenn das Substrat passt, sprich sauer ist. Denn nur in saurer Erde färben sich rosafarbene Blüten blau. Will man die blauen Blüten erhalten, sollte man Hortensien unbedingt in Moorbeet- oder Rhododendron­erde pflanzen und außerdem auch entsprechenden Dünger wie Hortensien-Blau, Aluminiumsulfat oder das in Apotheken erhältliche Kalialaun verwenden. Diese haben bei korrekter Dosierung eine versauernde Wirkung auf die Pflanzerde. Setzt man Hortensien hingegen in den normalen Gartenboden, wandeln sich blaue Blüten wieder ins ursprüngliche Rosa zurück. Auch kalkhaltiges Leitungswasser wirkt gegen die Blaufärbung. Hortensien bevorzugen aber ohnehin Regenwasser.


Wo wir schon bei optimalen Bedingungen sind: Hortensien mögen lockere, humusreiche Böden mit guter Wasserversorgung. Hydrangea, so der botanische Name der Hortensie, bedeutet sinngemäß Wasserstrauch. Das zeigt uns schon das große Verlangen nach feuchter Erde. Die Pflanzen kommen ursprünglich in lichten Laubwäldern vor, gerne auch an Bächen und zumeist im Schatten unter Bäumen. Hortensien sollten daher nicht in die pralle Sonne gestellt oder gar in trockenen Boden gepflanzt werden.
Des Weiteren steht auch bei den Topf- oder Kübelpflanzen die Wasserversorgung im Vordergrund. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass ständig stehendes Wasser Hortensien nicht gut tut. Topfpflanzen benötigen neben regelmäßiger Wasserversorgung natürlich Nährstoffe, von März bis Juni sogar vermehrt. Ab Juli stellt man das Düngen jedoch ein, damit die jungen Triebe gut ausreifen. Unausgereifte Triebe frieren im Winter zurück, und man verliert so für ein Jahr den Blütenflor.

<span class="copyright">KLAUS HARTINGER</span>
KLAUS HARTINGER

Rückschnitt

Ein sehr heikles Thema bei Hortensien ist der Rückschnitt. Die hier beschriebenen Bauern- und Tellerhortensien legen die Knospen schon im Vorjahr an und blühen im Frühsommer am letztjährigen Holz. Frieren die Triebe allerdings zurück oder schneidet man die Sträucher nach dem Winter zu stark, gehen die Blütenanlagen verloren. Somit besteht der korrekte Schnitt darin, Abgestorbenes zu entfernen. Man schneidet dabei immer über der obersten gesunden Knospe zurück.
Bei den Endless-Summer-Typen entfernt man unmittelbar nach dem Verblühen alles Abgeblühte und wird dann durch einen zweiten Flor zum Sommerende belohnt.


Anders ist der Schnitt bei verschiedenen Gartenhortensien durchzuführen. Ball- und Rispenhortensien blühen am frisch gebildeten Holz erst im Hochsommer. Diese Pflanzen schneidet man im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr stark zurück. Das fördert einen kräftigen Neuaustrieb und große Blüten. Schneidet man diese Pflanzen hingegen zaghafter zurück, entstehen mehr, aber dafür kleinere Blüten.

Regina Haller