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Angst um Aussicht auf den Bodensee

27.04.2022 • 18:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Kläger befürchtet Einschränkung der Seesicht am Pfänderhang.

Der Kläger führe einen Racheprozess gegen seinen Mandanten, sagte der Beklagtenvertreter  im anhängigen Zivilprozesses am Landesgericht Feldkirch. Denn der Kläger habe sich am Landesverwaltungsgericht erfolglos gegen den Baubescheid seines Mandanten für zwei neue Wohneinheiten zusätzlich zum bestehenden Wohnhaus beschwert. Zudem räche sich der Kläger dafür, dass sein beklagter Nachbar sich nicht verpflichtet habe, bei den Gebäuden und bei der Bepflanzung eine bestimmte Höhe nicht zu überschreiten.

Einschränkung der Sicht

Der Kläger befürchtet am Pfänderhang eine Einschränkung der Aussicht auf den Bodensee von seinem ehemaligen Haus durch das neue Bauprojekt seines Nachbarn. Er beantragt mit seiner Klage die gerichtliche Feststellung, sein beklagter Nachbar verfüge bei der Zufahrt zu seinem Bauprojekt auf dem bestehenden Weg über kein Fahr- und Gehrecht. Denn die Dienstbarkeit bestehe nur für landwirtschaftliche Zwecke.

Der beklagte Nachbar hat 2010 eine landwirtschaftliche Fläche von 299 Quadratmetern dazugekauft, die inzwischen für den geplanten Zubau umgewidmet wurde. Der Zufahrtsweg zu der Liegenschaft steht zu einem Sechstel im Eigentum des Klägers, der dafür nach eigenen Angaben 20.000 Euro bezahlt hat.

Konflikt zwischen Nachbarn

Der Beklagte gab vor Gericht an, der Verkäufer der Liegenschaft habe ihm zwar nicht schriftlich, aber mündlich ein Geh- und Fahrrecht über landwirtschaftliche Nutzung hinaus zugestanden. Für das neue Bauprojekt liege eine Baubewilligung vor, sagte der Beklagte. Es sei flach und erreiche nur Garagenhöhe. Man wolle und werde dem klagenden Nachbarn keine Seesicht nehmen. Aber der Kläger sei „ein Machtmensch. Ihn stört, dass ich da oben baue“.

Der Kläger klage, obwohl das Nachbarhaus gar nicht mehr ihm gehöre, merkte der Beklagtenvertreter im Gerichtssaal an. Der Kläger habe das Haus inzwischen verkauft. Der Klagsvertreter erwiderte, sein Mandant klage aus Fürsorge für den neuen Hauseigentümer und sei noch Miteigentümer am Weg.

Am Mittwoch fand am Landesgericht die letzte Verhandlung statt. Die Zivilrichterin wird nun schriftlich urteilen. Bei seiner Befragung merkte der Kläger an, die Aussicht auf den Bodensee mache am Pfänderhang die Grundstückspreise teuer. Der 63-Jährige ist dort noch Wegmitbesitzer und Eigentümer einer landwirtschaftlichen Fläche, von der er sich eines Tages eine Umwidmung in Bauland erhofft.

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