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Stärkerer Bevölkerungszuwachs

28.04.2022 • 18:11 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Dornbirn Tourismus/Matthias Rhomberg</span>
Dornbirn Tourismus/Matthias Rhomberg

Ein Bericht zeigt, dass im Vorjahr das zweithöchste Bevölkerungswachstum verzeichnet wurde.

Zum Stichtag 31. März waren in Vorarlberg 403.829 Personen mit Hauptwohnsitz gemeldet. Das sind um 3385 Hauptwohnsitze beziehungsweise über 0,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das teilt die Landesstelle für Statistik in ihrem aktuellen Bericht mit. Der Wert entspricht der zweitstärks­ten Zunahme in den letzten 25 Jahren. Er wurde nur vom Spitzenwert im März 2016 übertroffen. Beide Ereignisse hatten mit massiven Flüchtlingsbewegungen zu tun.
Die Bevölkerungsentwicklung wird von zwei Komponenten, der Geburtenbilanz (Saldo aus Geburten minus Sterbefällen) und der Wanderungsbilanz (Saldo aus Zuzügen minus Wegzügen) beeinflusst. In den vergangenen zwölf Monaten ist das Bevölkerungswachstum zu einem Viertel auf eine positive Geburtenbilanz mit 797 Personen und zu drei Viertel auf die errechnete Wanderungsbilanz mit 2588 Personen zurückzuführen.

Zuwanderung nach Regionen

Den größten Zuwachs in Höhe von 2115 (63 Prozent) der neu begründeten Hauptwohnsitze verzeichnen die Statistiker im Rheintal. Mit Neuanmeldungen von über 200 Personen sind auch der Bregenzerwald und der Walgau vorne mit dabei. Eine starke relative Zunahme verzeichnet zudem auch das Brandnertal mit 8,6 Prozent, was 112 neue Bürger bedeutet. Im Großen und Ganzen gab es in allen Regionen einen Zuwachs, auch wenn dieser teilweise nur minimal ausfiel, wie beispielsweise im Großwalsertal mit 13 neuen Einwohnern (siehe Grafik).
Der Landesdurchschnitt beim Bevölkerungswachstum der letzten zehn Jahre liegt bei 8,4 Prozent. Die stärksten Zunahmen finden sich in Dornbirn, Feldkirch und Lustenau. Die größten Abnahmen weisen Mellau, Gaschurn und St. Anton im Montafon auf. Generell ist es so, dass 35 Prozent der Bevölkerung mit Hauptsitz in Vorarlberg in den vier einwohnerstärksten Gemeinden, also in Dornbirn, Feldkirch, Bregenz oder Lusten­au, gemeldet sind. Der Rest lebt in den übrigen Gemeinden.

Staatsangehörigkeit Bevölkerung

Von den 403.829 Personen mit Hauptwohnsitz in Vorarlberg besitzen etwa 80,6 Prozent die österreichische Staatsbürgerschaft. Die restlichen Einwohner sind Ausländer aus 151 unterschiedlichen Nationen. Ihr Anteil an der Wohnbevölkerung ist mit 19,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte gestiegen. Der größte Zuwachs ist hier erwartungsgemäß bei Ukrainern zu verzeichnen. Ihre Zahl hat sich in etwa verfünffacht. Mit Stand vom 31. März 2021 lebten 275 Ukrainer im Land. Ein Jahr später sind nun 1391 Ukrainer in Vorarlberg gemeldet. Die größte ausländische Bevölkerungsgruppe bilden Deutsche. Sie stellen 4,8 Prozent der Bevölkerung. Die zweitstärks­te Gruppe stellen türkische Staatsbürger mit 3,2 Prozent.

Altersverteilung

Knapp 60 Prozent der Bevölkerung in Vorarl­berg sind im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 60 Jahren. Bei den hier lebenden österreichischen Staatsbürgern ist dieser Wert mit 57 Prozent etwas niedriger. Bei afghanischen, deutschen oder pakistanischen Staatsbürgern liegt er, bedingt durch Arbeitsmigration, bei über 70 Prozent.
Der Anteil an Vorarlberger die jünger 15 Jahre sind, liegt bei 16 Prozent. Am höchsten ist jener Wert bei Syrern (33 Prozent), gefolgt von Ukrainern (30 Prozent). Dies kann auf die jüngsten Ereignisse in der Ukraine und die Flucht vieler Mütter mit Kindern zurückgeführt werden. Schweizer Staatsangehörige haben hingegen den geringsten Kinderanteil mit nur sieben Prozent, wie aus dem Bevölkerungsbericht hervorgeht.
Dafür liegen die Schweizer in der Rubrik der Personen über 60 Jahre mit 29 Prozent an der Spitze, dicht gefolgt von Österreichern mit 27 Prozent. Kaum vertreten sind hier hingegen Staatsbürger aus Krisenländern wie Syrien, Somalia oder Pakistan. Auch nur 8,6 Prozent der Ukrainer sind Senioren. Von jenen 1391 Ukrainern, die in Vorarl­berg leben, sind also nur 120 Personen älter als 60.

Bevölkerungswachstum <span class="copyright">NEUE</span>
Bevölkerungswachstum NEUE

Geschlechterrelation

Die Geschlechterrelation beträgt bei österreichischen Staatsbürgern 97 Männer auf 100 Frauen. Bei deutschen und türkischen Staatsbürgern überwiegt die Zahl der Männer mit 106 beziehungsweise 103 jene der Frauen leicht.
Besonders im Ungleichgewicht ist das Verhältnis mit über 2:1 bei Staatsbürgern aus Afghanistan oder Pakistan. Umgekehrt verhält es sich hingegen bei Staatsbürgern aus Brasilien mit nur 47 Männern auf 100 Frauen. Auch bei den Schweizern mit 83 oder Thais mit sogar nur 11 Männern auf 100 Frauen ist die Relation merklich verschoben.
Neben den Hauptwohnsitz werden auch weitere Wohnsitze gezählt. Zum Stichtag hatten 37.273 Menschen solche angemeldet, das bedeutet eine prozentuelle Zunahme von 14,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Zahlen ausgedrückt heißt das 4727 neue Anmeldungen. Damit erreicht die Zahl der Zweitwohnsitze seit Beginn der Zählungen im Jahr 1996 ihren Höchststand. Hierbei sticht das Arlberggebiet mit einer Steigerung von 75 Prozent deutlich hervor. 2308 haben hier einen neuen Wohnsitz gemeldet, der Stand liegt bei 5386. Gefolgt wird der Arlberg vom Montafon mit 858 Zweitwohnsitzen.

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