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Das Schwärmen von Bienen

03.05.2022 • 12:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Stiplovsek Dietmar</span>
Stiplovsek Dietmar

Beim Bienenzuchtverein Dornbirn 1868 schwärmen sie vom Bienenschwärmen.

Es ist noch früh im Bienenjahr, das ist auch beim Lehrbienenstand des Bienenzuchtvereins Dornbirn 1868 im Äuele zu bemerken. Als eine Jungimkerin mit dem Stockmeißel vorsichtig den Deckel zu einem Volk öffnet, bewegen sich die Bienen noch langsam und sind mit ihren Waben beschäftigt: Erst allmählich entsprechen die Temperaturen draußen der Betriebstemperatur der Tiere.
Auch das Gartenjahr nimmt erst an Fahrt auf, aber die Gartenbesitzer können schon jetzt viel für die Bienen tun, die ja ihre Pflanzen bestäuben sollen. „Für mich ist der Erhalt der Artenvielfalt zentral, nicht nur der Imkerbienen, sondern auch der Wildbienen. Wer glaubt, dass ,wild‘ mit gefährlich zu tun hat, irrt. Bei vielen Wildbienen ist der Stachel nur schwach ausgebildet“, erklärt Ewald Hiller, einer der drei Obmänner des Vereins. „Die meisten Wildbienen leben nicht im Volk, sondern solitär, aber alle brauchen eine Pflanzenvielfalt mit offenen Blüten. Im Moment blühen Weiden und Obstbäume, aber für die Bienen wichtig ist eine Blühkonstanz übers Jahr.“ Außerdem brauchen die Insekten Rückzugsorte wie Mauerwerk, Sand, Steine oder Strohhaufen. Welke Stängel sollten über den Winter stehenbleiben dürfen, willkommen sind auch Insektenhotels. Wichtig sind bunte Gärten statt grünen oder gekiesten Flächen. Außerdem brauchen die Insekten Wasserstellen mit Steinen als Ausstiegshilfen darin. Das Wasser verwenden sie, um den Bienenstock zu kühlen und um Zucker aufzulösen, den auch die Imker in den schwachen Jahreszeiten zufüttern müssen.

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Stiplovsek Dietmar

Ein Wunderwerk der Natur

„Die Biene ist ein mathematisches Wesen“, scherzt jemand aus dem Verein. Sie lebt 42 Tage, hat sechseckige Waben und die Bienenkönigin paart sich auf ihrem Hochzeitsflug mit 20 bis 30 Drohnen. Aus den bis zu vier Millionen Eizellen legt sie im Laufe ihres drei- bis vierjährigen Lebens zu Spitzenzeiten bis zu 2000 Eier am Tag, das entspricht zwei Eiern pro Minute. Im Bienenvolk leben bis zu 80.000 Bienen.
Wer sich für Bienen interessiert, kann gerne zum Bienenzuchtverein kommen. Vor dem Lehrbienenstand haben sich Interessierte um die vereinseigenen Bienenvölker versammelt, seitlich vom Lehrbienenstand hat der Verein ein Feuchtbiotop für Gelbbauchunke und Grünen Laubfrosch angelegt, das von Fachleuten begleitet neu aufbereitet wurde. „Wer zu uns stößt, kann aktiv etwas für die Erhaltung der Natur tun. Welche Bienenrasse er züchten möchte, ist für uns sekundär. Uns geht es um das gemeinsame Erleben“, erklärt Ewald Hiller.

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