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Quer durchs Gemüsebeet

03.05.2022 • 12:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">klaus hartinger</span>
klaus hartinger

Der Gemüsebauer Walter Gehrer gibt Tipps. Vielleicht sein wichtigster: Widrigkeiten gelassen nehmen.

Im Jahr bauen wir selbst zwei Millionen Pflanzen an. Das Gemüse geht an die Spar-Märkte, in die Ländle-Gemüsekiste und in die Gastronomie. Wir verkaufen auch ab Hof“, erklärt Walter Gehrer von Gehrer Jungpflanzen und Gemüsebau in Höchst. Er zeigt auf die Freilandkulturen, Salat und Kohlrabi, gesetzt bereits im Februar. Im Hintergrund stehen die Gewächshäuser, hier werden die Pflanzen vorgezogen, bevor sie dann auf die 25 Hektar großen Felder gesetzt werden. Die Böden sind Schwemmland, eine fruchtbare Mischung aus Sand und Lehm. Teilweise werden die Kulturen abgedeckt, um etwa weniger Kohlfliegen an den Kohlpflanzen zu haben. Gegen Hasen, Rehe und Rabenkrähen sind die Gemüsebauern dagegen machtlos. „Rehe sind Feinschmecker. Die fressen aus jedem Salatkopf nur das innere Herz, dann gehen sie zum nächsten. Die Salate lassen sich für nichts mehr verwenden“, sagt Gehrer und zuckt mit den Schultern.
Im Laufe der Jahre hat das Team die Bedingungen optimiert. Mit der Sämaschine werden die kleinen Erdwürfel mit Samenkörnern bestückt, dann kommen sie in den Keimraum, wo sie bei 18 Grad ideale Bedingungen vorfinden. Danach geht es ins Gewächshaus. Nach einigen Wochen werden die Pflanzen dann ins Freie gesetzt. Zu Beginn der Saison stehen sie noch acht Wochen im Gewächshaus, zum Sommer hin sind es nur noch drei: Wachstumsfaktor Nummer eins ist das Licht. Hat Gehrer auch Tipps für Hobbygärtner? Der ­Gemüsebauer schmunzelt. „Wenn man weiß, wie es geht, ist alles einfach. Die einzige unkalkulierbare Schwierigkeit ist das Wetter. Aber man lernt damit zu leben.“ Radieschen und Karotte seien nicht wirklich schwierig. Voraussetzung für gutes Wachstum sei die Bodenpflege: Düngen, Auflockern.

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Gurken- und Tomatentipps

„Bei Gurken muss man die unteren Früchte entfernen, sonst verkümmern sie nach oben hin. Bis auf Kniehöhe sollte man sie ausbrechen, man sollte von drei Gurken nur zwei lassen, auf die die Pflanze sich in ihrem Wachstum konzentrieren kann. Bei der Paprika ist es wichtig, die Königsblüte, also die erste Blüte, die sie bildet, zu entfernen. Das kann über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.“
Bei Tomaten sei das Hauptproblem die Kraut- und Braunfäule. Dagegen hilft Lüften im Gewächshaus oder die Tomaten unterm Hausdachvorsprung zu ziehen. „Man sollte außerdem einige Blätter ausbrechen, damit die Pflanze genug Luft bekommt.“ Ein weiterer Tipp: Pflanzenschutz braucht jede Pflanze, und zwar, bevor die entsprechenden Schädlinge da sind. Denn dann sei es zu spät, sagt Gehrer.