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Erneut Gefängnis für rückfälligen Gewalttäter

11.05.2022 • 18:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Symbolbild<span class="copyright">klaus hartinger</span>
Symbolbildklaus hartinger

19. Vorstrafe für 27-Jährigen: Zehn Monate Haft für brutale Gewalt.

Gegen den Betonboden am Bregenzer Bodenseeuferweg Pipeline hat der Angeklagte nach den gerichtlichen Feststellungen im Mai 2021 den Kopf eines 37-Jährigen geknallt. Das Opfer, das demnach auch Faustschläge gegen den Kopf erhielt und bis zur Besinnungslosigkeit gewürgt wurde, kam auch wegen des Eingreifens eines Augenzeugen glücklicherweise mit leichten Verletzungen davon.

Zudem drohte der 27-Jährige nach Ansicht des Richters seiner Ex-Freundin bei einem anderen Vorfall damit, ihr Auto zu beschädigten, falls sie ihn nicht nach Hause fahre. Weil sich die 30-Jährige nicht nötigen ließ, schlug er nach eigenen Angaben mit seinem Ellbogen die Heckscheibe ihres Autos ein. Und er verschmierte nach seiner Festnahme mit seinem Blut eine Arrestzelle der Polizei.

Zehn Monate Haft

Für all das wurde der bereits mit 18 Vorstrafen belastete Angeklagte in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch zu zehn Monaten Haft verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig, denn der von Nicolas Stieger verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Markus Fußenegger waren sofort damit einverstanden. Der Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Der Schuldspruch erfolgte wegen versuchter schwerer Körperverletzung, versuchter Nötigung und Sachbeschädigung.

Die Sanktion wäre um einiges strenger ausgefallen, wenn es sich dabei nicht um eine Zusatzstrafe gehandelt hätte. Der Richter hatte bei der Strafbemessung sein eigenes vorjähriges Urteil zu berücksichtigen. Damals hatte er den massiv einschlägig vorbestraften Angeklagten rechtskräftig wegen schwerer Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Im Vorjahr hätte theoretisch auch schon über die nunmehrigen Anklagevorwürfe verhandelt werden können. Wäre dem so gewesen, wäre die seinerzeitige Freiheitsstrafe um zehn Monate höher ausgefallen, meinte der Strafrichter.

Es ärgere ihn, merkte Richter Thomas Wallnöfer an, dass der Angeklagte im Vorjahr zwischen den damaligen Verhandlungen mit Gewalttaten rückfällig geworden sei.

„Sie haben ein riesiges Aggressionsproblem“, sagte schon vor zehn Jahren ein Feldkircher Strafrichter zum damals 17-jährigen Angeklagten. Der 27-Jährige hat nun offenbar darauf reagiert. Er habe jetzt im Gefängnis damit begonnen, sich einer Gewalt- und Suchttherapie zu unterziehen, sagte der Strafhäftling. Er habe ein Problem mit Gewalt, Alkohol und Drogen.