_Homepage

Nur Diversion trotz Coronagefährdung

12.05.2022 • 18:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Trotz positivem Test verließ die Angeklagte die Berghütte.<span class="copyright">AP</span>
Trotz positivem Test verließ die Angeklagte die Berghütte.AP

Milde, weil Coronainfizierte auf Berghütte nicht in kleinem Zimmer ohne Sanitäranlagen blieb.

Die Angeklagte bekannte sich zur angeklagten vorsätzlichen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten schuldig. Die 40-Jährige, die sich als Coronainfizierte nicht an die verordnete Quarantäne gehalten hatte, wurde dennoch nicht verurteilt. Ausnahmsweise wurde der unbescholtenen Deutschen am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch eine Diversion mit einer Geldbuße von 400 Euro gewährt.

Da die Angeklagte die Geldbuße sofort am Landesgericht eingezahlt hatte, wurde das Strafverfahren schon am Ende der Hauptverhandlung rechtskräftig eingestellt. Staatsanwalt Manfred Melchhammer war mit der von Verteidigerin Andrea Concin beantragten diversionellen Erledigung einverstanden.

Diversion vertretbar

Wegen der besonderen Umstände und der Verantwortungsübernahme durch die unbescholtene Angeklagte sei eine Diversion vertretbar, sagte Richterin Sabrina Tagwercher. Denn die mit dem Coronavirus infizierte Saisonarbeiterin habe sich am 3. August 2021 im Montafon auf einer Berghütte befunden. Im sechs Quadratmeter kleinen Personalzimmer habe es keine sanitären Anlagen gegeben. Dusche, WC und Waschbecken für alle Mitarbeiter hätten sich auf dem Gang befunden. Zudem habe die 40-Jährige an einer Krebserkrankung gelitten.

Aus all diesen Gründen habe sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Heimreise angetreten, gab die angeklagte Deutsche zu Protokoll. Es sei für sie nicht zumutbar gewesen, über mehrere Tage hinweg zusammen mit ihrem Lebensgefährten die behördlich angeordnete Coronaquarantäne in dem kleinen Personalzimmer im alpinen Gelände zu verbringen. Deshalb seien sie mit Bus und Zug heim nach Deutschland gefahren. Sie habe sich trotz ihres positiven Corona-PCR-Tests nicht krank gefühlt, weil sie keinerlei Symptome gehabt habe. In den öffentlichen Verkehrsmitteln habe sie eine Schutzmaske getragen und auf Abstand zu Mitreisenden geachtet.