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Disco statt Quarantäne: Mitmenschen gefährdet

17.05.2022 • 17:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Symbolbild <span class="copyright">klaus hartinger</span>
Symbolbild klaus hartinger

Absonderung missachtet: Zwei 20-jährige Coronainfizierte in Warteschlange vor Diskothek erwischt.

Die beiden mit dem Coronavirus infizierten Angeklagten aus dem Bezirk Bludnez verließen unerlaubterweise die behördlich angeordnete häusliche Quarantäne und wollten am 5. März eine Diskothek im Vorderland besuchen. Dadurch brachten sie nach den gerichtlichen Feststellungen Mitmenschen in die Gefahr, angesteckt zu werden. In der Warteschlange vor dem Eingang der Disco wurden die 20-Jährigen kontrolliert und erwischt.

Sein Fehlverhalten trug dem jungen Paar am Dienstag am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen vorsätzlicher Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten ein. Dafür wurde der mit vier Vorstrafen belastete Bauarbeiter zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von neun Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1600 Euro (400 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Über die unbescholtene Osteuropäerin wurde eine Geldstrafe von 2500 Euro (250 Tagessätze zu je 10 Euro) verhängt.

Urteil nicht rechtskräftig

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die auf Rechtsmittel verzichtenden Angeklagten erhielten automatisch drei Tage Bedenkzeit, weil sie ohne Verteidiger bei der Gerichtsverhandlung erschienen waren; die Staatsanwältin gab noch kein Erklären ab. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die kombinierte Strafe des sich teilweise schuldig bekennenden Erstangeklagten entspricht umgerechnet 15 Monaten Haft, die Geldstrafe der geständigen Zweitangeklagten vier Haftmonaten.

Richter Richard Gschwenter sah davon ab, sechs ursprünglich bedingt gewährte Haftmonate aus einer Vorstrafe des 20-Jährigen zu vollziehen. Der Vorbestrafte merkte an, zwei Strafverfahren gegen ihn seien noch anhängig. Er gab an, den behördlichen Absonderungsbescheid erst ein paar Tage nach dem angeklagten Vorfall gelesen zu haben, zumal er nach dem positiven Test nur leichte Symptome gehabt habe.