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Vögel: Leichter Zuwachs bei Transporten

18.05.2022 • 18:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Symbolbild<span class="copyright">APA/ROLAND SCHLAGER</span>
SymbolbildAPA/ROLAND SCHLAGER

Bludescher Logistikunternehmen bemerkt Verschiebung von Warenströmen in Europa.

Obwohl die internationalen Lieferketten teils massiv beeinträchtigt sind, berichten die Verantwortlichen des Transport- und Logistikunternehmens Vögel Transporte mit Hauptsitz in Bludesch-Gais gegenwärtig sogar von einem leicht gestiegenen Transportvolumen.
Wie Geschäftsführer Herwig Vögel im wpa-Gespräch erklärte, profitiere das Unternehmen von einer Verlagerung der europäischen Warenströme. „Dadurch, dass Logistikunternehmen Russland gar nicht mehr und die Ukraine nur noch sehr eingeschränkt anfahren, ist ein Anwachsen der Warenströme zwischen den EU-Staaten zu bemerken. Die Firmen beziehen ihre Produkte und Waren nun vermehrt aus diesem Gebiet oder liefern sie dorthin aus.“ Da Vögel Transporte für seine (Industrie-)Kunden aus Vorarlberg und der Ostschweiz seit vielen Jahren schwerpunktmäßig in diesem Wirtschaftsraum unterwegs sei, bemerke man diesen Trend.

Logistiker hat keinen Einblick

Ob und wie stark die Lieferketten auch für Vorarl­bergs Industrie beeinträchtigt sind, könne man als Logistiker jedoch nicht abschätzen. „Wir wissen nicht, wie lange ein Kunde schon auf seine Bestellung gewartet hat, wenn sie von uns zugestellt wird. Da hat der Logistiker keinen Einblick“, erklärte der Geschäftsführer.
Das Thema Wartezeiten ist unterdessen bei Vögel Transporte in anderer Hinsicht zu spüren. Dabei geht es um den Erhalt von neu bestellten Lkw-Zügen für das Transportunternehmen. „Früher warteten wir auf einen neuen Lkw drei Monate. Jetzt liegt die Lieferzeit bei teilweise mehr als einem Jahr. Manche Hersteller liefern derzeit gar keine neuen Fahrzeuge mehr aus“, berichtete Vögel. Diese Entwicklung beobachte man seit etwa sechs Monaten, sie habe nichts mit dem Krieg in der Ukraine zu tun. Jährlich werden im 200 Lastkraftwagen umfassenden Fuhrpark an die 40 Fahrzeuge ausgetauscht, um die Flotte auf einem modernen Stand mit geringem Treibstoffverbrauch zu halten. „Dieser Austausch verzögert sich jetzt leider spürbar.“

85 Fahrzeuge im Einsatz

Das 1961 gegründete Familienunternehmen beschäftigt rund 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und betreut an die 2800 Kunden. Aktuell sind 185 Fahrzeuge im Einsatz. Pro Jahr werden mehr als 44.000 Frachtaufträge abgewickelt. Die Fahrzeugflotte legt jährlich nach eigenen Angaben im Durchschnitt 35 Millionen Kilometer zurück. Weitere Standorte gibt es in Rankweil, Dornbirn, Aichstetten (D), Schaanwald (FL) und Laas (I).

Günther Bitschnau