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Vor Gattin mehrfach Hitlergruß ausgeführt

18.05.2022 • 18:05 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Symbolbild<span class="copyright">klaus hartinger</span>
Symbolbildklaus hartinger

Geldstrafe und bedingte Haftstrafe: Vor Ehefrau auch Holocaust geleugnet und Hitlers Taten gutgeheißen.

Vor seiner Frau hat sich der Angeklagte nach Überzeugung der Geschworenen zwischen Jänner und April 2021 in der ehelichen Wohnung im Bezirk Bregenz mehrfach nationalsozialistisch wiederbetätigt und damit gegen Paragraf 3g des Verbotsgesetzes verstoßen.

Urteil rechtskräftig

Dafür wurde der unbescholtene Leasingarbeiter mit dem Nettoeinkommen von 1800 Euro am Mittwoch in einem Geschworenenprozess am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von neun Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 5400 Euro (360 Tagessätze zu je 15 Euro) verurteilt. Das Urteil, das der Angeklagte und Staatsanwalt Manfred Melchhammer akzeptierten, ist rechtskräftig. Der Strafrahmen betrug ein bis zehn Jahre Gefängnis. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht umgerechnet 15 Monaten Haft.

Nach Ansicht der Laienrichter hat das ehemalige Vorarlberger Mitglied der rechtsradikalen Gruppierung Blood & Honour vor seiner Gattin mehrmals mit waagrecht ausgestrecktem rechten Arm den Hitlergruß ausgeführt und sich unmittelbar davor mit der Faust auf die Brust geklopft und „Blut und Ehre“ gesagt.

Zudem hat der 47-jährige Deutsche, so die Geschworenen, vor seiner Ehefrau die Taten von Adolf Hitler gutgeheißen und die Existenz von Konzentrationslagern im Dritten Reich geleugnet. Demnach hat der frühere Ultra-Fußballanhänger von Eintracht Frankfurt ein Bild mit einem Hakenkreuz aus dem Internet heruntergeladen und auf seinem Digitalgerät zum Zwecke der Verbreitung abgespeichert. Freigesprochen wurde der Angeklagte vom Vorwurf, er habe seiner Frau das Hakenkreuzbild gezeigt.

Der Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig. Verteidigerin Andrea Concin beantragte einen Freispruch. Aber die Geschworenen hielten mit großer Mehrheit die belastenden Angaben der nunmehrigen Ex-Gattin des Angeklagten für glaubwürdig.