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Schaden und nützen

24.05.2022 • 14:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Larve (unten) des Marienkäfers  ist ein natürlicher Feind von Blattläusen und dezimiert so ihre Zahl.<span class="copyright">Harald Rammel</span>
Die Larve (unten) des Marienkäfers ist ein natürlicher Feind von Blattläusen und dezimiert so ihre Zahl.Harald Rammel

Nützlinge fressen Pflanzenschädlinge und sind im Garten gern gesehen.

Häufig werden Pflanzen von Schädlingen befallen, wenn es ihnen nicht gut geht. Wenn sie nicht genügend Licht, Luft, Wasser oder Wärme bekommen, den falschen Standort, einen unpassenden Boden oder unzureichende Nährstoffe haben. Im Gegenzug sorgen passende Bedingungen dafür, dass die Pflanzen widerstandsfähig sind und auch Schädlinge gut selbst bekämpfen können. Ist das einmal nicht der Fall, können Nützlinge eingesetzt werden. Ein Nützling kann ein Tier, ein Pilz oder ein Mikroorganismus sein.

Natürliche Gegenspieler

Nützlinge sind natürliche Gegenspieler von Schadinsekten wie Blattläusen, Spinnmilben, Käfern, Raupen, Engerlingen und Wanzen. Sie haben diese zum Fressen gern und dezimieren sie dadurch. Finden sie im jeweiligen Garten günstige Bedingungen vor, richten sie sich häuslich ein und sind bei einem eventuellen neuerlichen Befall gleich zur Stelle.
Florfliegen, Schlupfwespen und Schwebfliegen zum Beispiel legen viele Eier, wenn sie genügend Nektarpflanzen wie Schmetterlings- oder Lippenblütler vorfinden. Generell gilt: Je vielfältiger ein Garten angelegt ist, desto breiter ist das Nahrungsangebot für Nützlinge. Totholz, Laub-, Stein- und Sandhaufen dienen nicht nur Nützlingen als Lebensraum, sondern auch vielen anderen Tieren. Ebenso bietet es sich an, an einer Stelle den Rasen nur zwei Mal im Jahr zu mähen und ihn ansonsten stehenzulassen. Als Habitat dienen auch sachkundig gemachte Insektenhotels. Außerdem ist es wichtig, im Hausgarten keine Pflanzenschutzmittel – bzw. nützlingsschonende Mittel – zu verwenden. Pflanzenschutzmittel können nämlich das natürliche Gleichgewicht im Ökosystem stören.

<span class="copyright">Harald Rammel</span>
Harald Rammel

Marienkäfer und Co.

Bei korrekter Anwendung von Nützlingen besteht nicht die Gefahr, heimische Insekten zu verdrängen. Finden Nützlinge im Profianbau Verwendung, müssen sie in Österreich allerdings sogar, äquivalent zu Pflanzenschutzmitteln, zugelassen werden. Sind Marienkäfer, Florfliegen und Co. zugeflogen, unterliegen sie diesen Bestimmungen natürlich nicht.
Am beliebtesten ist wahrscheinlich der Marienkäfer. Allein in Europa gibt es 250 Arten, mit Punkten und ohne und in verschiedenen Farben. Während der Entwicklungsphase zum Käfer frisst eine Larve rund 400 Blattläuse.
Schlupfwespen finden sich fast überall. Sie legen ihre Eier in das Opfer, das dann von den Larven von innen aufgefressen wird. Befallen werden Läuse, Raupen, Käfer, Gallmücken, Blattwespen, Spinnmilben und Blattwanzen. Die zarten grünen Florfliegen mit den vier Flügeln machen sich ebenfalls im Larvenstadium nützlich. Sie werden Blattlauslöwe genannt und fressen Blattsauger, Raupen oder Fliegenlarven. Mehr über Nützlinge erfahren Sie bei Ihrem Vorarlberger Gärtner. Dort können Sie die jeweiligen Nützlinge auch bestellen.