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Mit Blumen Bienen füttern

25.05.2022 • 14:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Profigärtner Andreas Dür beim Setzen der Pflanzen.<span class="copyright">Harald Rammel</span>
Der Profigärtner Andreas Dür beim Setzen der Pflanzen.Harald Rammel

Bienenfreundlichkeit, Robustheit und Gesundheit spielen beim Pflanzenangebot eine entscheidende Rolle.

Gärten sind Lebensräume. Manchmal etwas steril, immer öfters naturnah gestaltet, meist eine Mischung aus Schönem und Nützlichem. Wir Gärtnerinnen und Gärtner haben es in der Hand, wie wir unsere Gärten leben und beleben. Wir entscheiden, ob unsere Gärten zur Artenvielfalt beitragen oder nicht, ob unsere Bienen ausreichend Nahrung und Lebensraum finden oder in nasskalten Sommern verhungern. Das beschäftigt auch die Pflanzenprofis der Vorarlberger Gärtner & Floristen. Ihnen liegt das naturnahe Gärtnern am Herzen. Das erkennt man seit einigen Jahren deutlich beim Pflanzenangebot. War noch vor wenigen Jahren die Blütenfülle das vordergründige Argument für die Anbauwürdigkeit einer Blume, spielen heute zusätzlich Eigenschaften wie Bienenfreundlichkeit, Robustheit und Pflanzengesundheit eine entscheidende Rolle. Denn robuste Pflanzen bleiben auch ohne Pflanzenschutzmittel gesund und mit ihnen auch die Bienen.


Das Pflanzenangebot in den Gewächshäusern ist heute vielfältiger denn je. Die Balkone und Gärten des Landes werden ständig bunter. Heute gehen optische Reize mit Nachhaltigkeit einher. Das reine Präsentieren steht nicht mehr im Vordergrund. Der Mehrwert für die Natur wurde bestimmendes Kriterium.

Bienen lieben die bunte Blütenauswahl der Blumenwiese.<span class="copyright">HARALD RAMMEL</span>
Bienen lieben die bunte Blütenauswahl der Blumenwiese.HARALD RAMMEL

Der Nutzen der Bienen

Diesem Weg folgend wählen wir bewusst Pflanzen mit Mehrfachnutzen. Sie müssen schön und nützlich zugleich sein. Bei den Blumenneuheiten der letzten Jahre setzen sich nektar- und pollenreiche Blumen durch. Zuckerpüppchen, Sternmarie, stecklingsvermehrter Basilikum, Pink Star, Sonnenprinzessin, Bienensalbei und wie sie alle heißen. Sie sind nicht nur ansehnlich, sondern zugleich Insektennährpflanzen. Dieses Jahr ergänzen die Gärtner ihr Angebot mit einer speziellen Bienenfutterpflanze, einer Scabiose namens ‚Scabiene‘. Diese lockt den ganzen Sommer Bienen durch ihren hohen Nektargehalt in den Garten und wird sehr stark beflogen.
Damit nicht genug. Auch Beetflächen müssen den Blütenbesuchern etwas bieten. Wildbienen, Honigbienen, Mauerbienen, Sandbiene, verschiedene Hummeln- und Fliegenarten werden von verschiedenen Blütenformen angelockt. So sind artenreiche Blumenwiesen in der Natur im Frühsommer und beim zweiten Flor im Herbst beliebte Ziele. Findige Gärtner wollen zusätzlich auch in der natürlichen Blühpause im Hochsommer ausreichend Futterpflanzen anbieten.

Dieses prächtige Blumenbeet befindet sich in der Gemeinde Riefensberg im Bregenzerwald. <span class="copyright">Harald Rammel</span>
Dieses prächtige Blumenbeet befindet sich in der Gemeinde Riefensberg im Bregenzerwald. Harald Rammel

Bunte Blütenauswahl

Die Blumenmischung dazu ist als „Gepflanztes Bienenbeet“ schon in einigen Gemeinden bekannt. Es handelt sich um eine bunte Blütenauswahl. Sie wird im Mai mit kleinen Pflänzchen bepflanzt und blüht unablässig bis zum Frost. Wichtig ist die bunte Mischung. Sie garantiert eine wiesenähnliche Optik der Beete. Höhere wachsende Blüher wie die Schmetterlingsblume, verschiedene Salbeiarten und einjährige Gräser dienen als Strukturbildner. Dazwischen setzt man kunterbunt gemischt eine Auswahl besonders einladender Bienenfutterpflanzen. In Summe gibt sie ein hochattraktives Bild mit lange verfügbarer Bienennahrung.
Erfreulicherweise haben sich die gemischten Pflanzungen als sehr pflegeleicht herausgestellt. Sie sind somit auch für den Hausgarten geeignet. Etwa fünfzehn Pflänzchen pro Quadratmeter reichen für das Bienenbuffet im Garten schon aus. Als Blühstreifen am Rande des Gemüsegartens, in bepflanzten Rabatten oder sogar in Trögen und auf Gräbern lassen sich auf diese Weise viele kleine Bienenfutterstellen im Land errichten.
Das „Gepflanzte Bienenbeet“ braucht nicht viel Platz und wird in Vorarlbergs Hausgärten immer beliebter.