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Missbrauch: Haftstrafe um drei Viertel gekürzt

28.05.2022 • 21:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Symbolbild<span class="copyright">klaus hartinger</span>
Symbolbildklaus hartinger

Statt zwei Jahre Gefängnis am Oberlandesgericht nun nur noch sechs Monate.

Der Facharbeiter hat nach den gerichtlichen Feststellungen zwischen 2015 und 2019 vier seiner Freundinnen sexuell missbraucht, während sie schliefen. Das trug ihm einen Schuldspruch wegen sexuellen Missbrauchs von Wehrlosen ein. Zudem hat der Unterländer nach Ansicht der Richter bei seiner Silvesterparty 2018 die Freundin seiner Freundin in seinem Schlafzimmer zum Oralverkehr an ihr genötigt. Statt der angeklagten Vergewaltigung wurde diese Tat nur als geschlechtliche Nötigung gewertet. Des Weiteren hat der junge Mann laut Urteil ein Mädchen, das sich beim gemeinsamen Übernachten schlafend stellte, in ihrem bekleideten Intimbereich gestreichelt und damit sexuell belästigt.
Wegen der verschiedenen Sexualdelikte wurde der unbescholtene Angeklagte im Juli 2021 am Landesgericht Feldkirch zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei durch die Taten gesundheitlich beeinträchtigten Opfern hat er als Teilschmerzengeld jeweils 3000 Euro zu bezahlen.

Schuldspruch im März 2021 rechtskräftig

Der Schuldspruch wurde im März rechtskräftig. Denn der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien wies die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten zurück.

Das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) gab jetzt der Strafberufung des 23-jährigen Angeklagten teilweise Folge. In der Berufungsverhandlung wurde eine teilbedingte Haftstrafe von 18 Monaten verhängt. Davon beträgt der unbedingte, im Gefängnis zu verbüßende Teil sechs Monate. Zwölf Monate wurden für eine Bewährungszeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Das Urteil ist rechtskräftig.

Gefängnisstrafe verringert

Damit wurde die zu verbüßende Gefängnisstrafe in zweiter Instanz gleich um drei Viertel verringert, von 24 auf 6 Monate. Die erhebliche Verkürzung der Strafe begründete der OLG-Senat unter dem Vorsitz von Richter Werner Urbaner vor allem mit der Unbescholtenheit des Angeklagten. Weil der Angeklagte keine Vorstrafe habe, sei keine strengere Sanktion notwendig, um ihn vor künftigen Straftaten abzuhalten, meinten die Berufungsrichter.

Für den Angeklagten galt ein Strafrahmen von null bis zehn Jahren Gefängnis. Denn er war zu den Tatzeitpunkten zumeist ein junger Erwachsener unter 21 Jahren. Und er hat die vom vom Gericht angenommenen Taten gegen die Wehrlosen vor 2020 begangen. Seit 2020 beläuft sich die Strafdrohung für junge Erwachsene auf ein bis zehn Jahre Haft.

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