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Dealer betrogen und geschlagen

08.06.2022 • 20:23 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Geldstrafe für 16-Jährigen, der Kaufpreis von 100 Euro für Marihuana nicht bezahlte und Dealer verletzte.

Im sozialen Medium Snapchat wurde der Drogendeal vereinbart. Beim Altacher Bahnhof übergab der 17-jährige Dealer im Dezember 2021 das bestellte Marihuana. Er erhielt dafür aber kein Geld, der Kaufpreis wäre 100 Euro gewesen. Stattdessen versetzte ihm der angeklagte 16-jährige Syrer zwei Faustschläge ins Gesicht. Dadurch erlitt der 17-jährige Prellungen und damit leichte Verletzungen.


Wegen Betrugs, Nötigung und Körperverletzung wurde der unbescholtene 16-Jährige am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 960 Euro (240 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 400 Euro (100 Tagessätze). 560 Euro (140 Tagessätze) wurden für eine Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Der Arbeitslose übergab im Gerichtssaal als Teilschmerzengeld 200 Euro und hat dem Verletzten noch weitere 100 Euro zukommen zu lassen. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen gewesen.
Beteiligt am Abzocken des Dealers war nach Ansicht von Richter Richard Gschwenter auch die Zweitangeklagte. Wegen Betrugs wurde über die vorbestrafte 19-Jährige eine Zusatzstrafe von 160 Euro (40 Tagessätze a‘ 4 Euro) verhängt. Der Richter hatte zu berücksichtigen, dass die Tschetschenin zwei Tage nach dem Betrug am Landesgericht wegen Körperverletzung, Diebstahls und unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen zu einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen verurteilt wurde.

Notwehrsituation

Verteidigerin Christina Lindner beantragte Freisprüche für den 16-Jährigen von den Anklagepunkten Körperverletzung und Nötigung. Denn der Angeklagte habe in die Jackentasche des Syrers gegriffen und dort Geld gesucht. Deshalb sei ihr Mandant irrtümlich davon ausgegangen, sich in einer Notwehrsituation zu befinden, und habe zugeschlagen. Damit habe der 16-Jährige nur einen Putativnotwehrexzess zu verantwor

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