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Aus Bankomat kamen 31.840 statt 700 Euro

20.06.2022 • 19:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Rumänische Arbeiterin nahm und verbrauchte ausbezahlte Geldsumme.

Wegen eines technischen Gebrechens gab ein Bankomat in einer Dornbirner Bank am 8. September 2021 gleich um 31.140 Euro zu viel heraus. Die rumänische Arbeiterin tippte 700 Euro ein. Im Ausgabeschlitz des Bankomaten lagen letztlich aber 31.840 Euro. Die Mutter von drei Kindern meldete den Irrtum nicht, sondern nahm das viele Geld mit und verbrauchte es nach eigenen Angaben zur Gänze.

Fünf Monate Gefängnis

Ihr Fehlverhalten trug der unbescholten und reumütig geständigen Angeklagten am Montag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen des Vergehens der Unterschlagung ein. Dafür wurde die 48-Jährige zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Das Urteil, mit dem die Angeklagte und Staatsanwalt Heinz Rusch einverstanden waren, ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre zwei Jahre Haft gewesen.
Nach den gerichtlichen Feststellungen wollte sich die Rumänin am Tag des Vorfalls an einem Schalter in der Bank ihren Monatslohn mit ihrer Bankomatkarte auszahlen lassen. Demnach wurde ihr am Bankschalter eine sogenannte White Card übergeben. Mit der weißen Karte nahm die Frau an einem Bankomaten in der Bank die Auszahlung vor. Sie hatte vor, 700 Euro zu beheben und 45 Euro auf ihrem Konto zu belassen.

Unterschlagung

„Gelegenheit macht Diebe“, so kommentierte Staatsanwalt Heinz Rusch den unerwarteten Geldsegen für die Bankomatkundin. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch legte der Angeklagten im Strafantrag das mit bis zu drei Jahren Haft bedrohte Vergehen des schweren Diebstahls zur Last. Aber Strafrichter Christoph Stadler folgte der Argumentation von Verteidigerin Sabine Kaufmann und wertete die Tat nur als Unterschlagung. Denn das zu viel ausbezahlte Geld sei irrtümlich in den Besitz der insofern nicht vorsätzlich handelnden Angeklagten gekommen.

Ersttäterin

Die Angeklagte sagte, sie habe das viele Geld für die Krankenbehandlung und dann für die Beerdigung ihrer Mutter verbraucht. Sie habe nichts für sich selbst ausgegeben. Die gesuchte Rumänin wurde am 2. Mai in Frankreich festgenommen und danach im Feldkircher Gefängnis in Untersuchungshaft genommen. Die Ersttäterin darf damit rechnen, nach zweieinhalb verbüßten Haftmonaten vorzeitig aus der Justizanstalt entlassen zu werden. Als Wiedergutmachung hat die geschädigte Bank inzwischen beinahe 2000 Euro erhalten. Damit hat die Täterin dem Geldinstitut jetzt noch 29.875,13 Euro zurückzuzahlen.