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Psychisch Kranker stach auf Fremden ein

22.06.2022 • 18:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Einweisung in Psychiatrie: 25-jähriger Afghane war nach Ansicht der Richter der Täter.

Beim Bahnhof in Nenzing wurde am 7. Dezember 2021 ein 51-Jähriger auf dem Weg zum Zug am frühen Morgen von einem mit einem Wollschal vermummten Fremden angesprochen, am Handgelenk erfasst und mit einem Messerstich in die Flanke mit Rippendurchstich vorübergehend lebensgefährlich verletzt.

Nicht zurechnungsfähig

Zugestochen hat nach Ansicht der Richter ein 25-jähriger Afghane, der zur Tatzeit schizophren und deshalb nicht zurechnungsfähig war. Der Betroffene wurde am Mittwoch im Unterbringungsverfahren am Landesgericht Feldkirch auf unbestimmte Zeit in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil des Schöffensenats ist nicht rechtskräftig. Denn Verteidiger Christian Steuer meldete sofort Rechtsmittel an. Nun wird in zweiter Instanz der Oberste Gerichtshof in Wien entscheiden.

Wäre der unbescholtene 25-Jährige zur Tatzeit zurechnungsfähig gewesen, wäre er wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung verurteilt worden, mit einem Strafrahmen von ein bis zehn Jahren Gefängnis.

Mehrere Indizien

Der Betroffene bestritt, die Tat begangen zu haben. Er sagte, er habe zur Tatzeit in seiner Wohnung in Nenzing in Bahnhofsnähe geschlafen. Der Schöffensenat hielt ihn aber aufgrund mehrerer Indizien für den Täter.

So entspreche die Körpergröße und der ausländische Akzent den Angaben des Opfers, sagte Richterin Tagwercher in ihrer Urteilsbegründung. Zudem sei ein markanter Wollschal, wie er vom Schwerverletzten beschrieben worden seien, in der Wohnung des Afghanen sichergestellt worden. Seine Turnschuhe seien feucht gewesen. Des Weiteren sei auf einem Video in zeitlicher und örtliche Nähe zum Tatort eine Person mit der Körpergröße des Betroffenen und den beschriebenen Turnschuhen festgehalten worden. Überdies seien durch ein ÖBB-Video Angaben des 25-Jährigen widerlegt. Demnach fuhr er am Vorabend der Tat nicht mit den Turnschuhen im Zug zurück nach Nenzing, sondern in Winterstiefeln.

Übermäßiger Cannabiskonsum

Gerichtspsychiater Reinhard Haller sagte, beim Afghanen habe wohl übermäßiger Cannabiskonsum erstmals schon 2020 eine Schizophrenie ausgelöst, die damals im Landeskrankenhaus Rankweil behandelt worden sei. Dort befinde sich der 25-Jährige auch jetzt. Der junge Mann meine, psychisch nicht krank zu sein. Ohne Behandlung sei er gefährlich. Am Tattag habe er Stimmen gehört und sich verfolgt gefühlt und darum zugestochen.