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Die Kirschenernte ist im vollen Gange

25.06.2022 • 19:03 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Hartinger</span>Werner Alge aus Lustenau.
HartingerWerner Alge aus Lustenau.

Der Lustenauer Obstbauer Werner Alge rechnet heuer mit einem Kirschenertrag von fünf Tonnen.

Tagwache im Haus von Obstbauer Werner Alge ist aktuell um 5 Uhr in der Früh. Eine Stunde später beginnt der Lustenauer auch schon mit dem Pflücken der reifen Kirschen. Es gibt einiges zu tun, denn auf einer Fläche von 3000 Quadratmeter stehen in etwa 500 Bäume.

Kirschen soweit das Auge reicht. <span class="copyright">hartinger</span>
Kirschen soweit das Auge reicht. hartinger


Bereits die letzten zwei Wochen waren erste Kirschensorten reif. „Diese Woche hat die Haupternte begonnen, und das wird auch noch die nächsten drei Wochen andauern“, erzählt der Landwirt. Freiwillige Helfer, die meisten davon aus der eigenen Familie und Verwandtschaft, packen bei der Ernte fleißig mit an.


<span class="copyright">hartinger</span>Familie, Verwandte und Bekannte helfen bei der Ernte mit.
hartingerFamilie, Verwandte und Bekannte helfen bei der Ernte mit.

Ausgestattet mit Leitern und einem Korb, der durch einen Gürtel um die Hüfte geschnallt wird, geht es für alle Gehilfen frühmorgens an die Arbeit. Baum für Baum wird einzeln abgeerntet, und jede Kirsche wird genaustens auf Schimmel oder Löcher geprüft. Eine Helferin erklärt: „Zu viert brauchen wir für einen Baum etwa 20 Minuten, das hängt aber auch davon ab, wie viele Früchte an den Ästen hängen.“ Ein weiterer Helfer steht auf einer Leiter, um die Kirschen in vier Meter Höhe erreichen zu können. Gepflückt werden die Steinfrüchte samt Stiel, denn „so halten sie sich länger und werden nicht verletzt“, informiert der 52-jährige Obstbauer. Anschließend gibt man die gesammelten Kirschen in Kisten, die auf die Ladefläche eines grünen Tuk-Tuks verladen werden. Mit diesem werden die Boxen in weiterer Folge zum Wohnhaus befördert. „Um 11 Uhr ist dann hitzebedingt meistens Schluss“, so der Lustenauer.

Die Kirschen werden in die Kisten gegeben. <span class="copyright">hartinger</span>
Die Kirschen werden in die Kisten gegeben. hartinger

Foliendach und Netzt

Mitverantwortlich für die ansteigende Temperatur ist auch das Foliendach, welches über der Baumplantage angebracht ist. Dieses soll vor Ernteschäden und vor allem auch Regen schützen, denn durch Regen können die Knorpelkirschen platzen, welche bei Alge wachsen. Auch einige Weichseln sind auf seinem Grundstück zu finden. „Diese sind besonders beliebt, denn sie werden unter anderem für Marmelade oder Kompott verwendet“, erklärt der 52-Jährige schmunzelnd. Ein seitliches Netz bietet den Bäumen zusätzlichen Schutz vor sogenannten Kirschessigfliegen, die für einen Ernteausfall verantwortlich sein können. Sowohl das Foliendach über den Bäumen als auch das seitliche Netz werden zum Ende der Blüte auf- und nach der Ernte wieder abgebaut.

Ober den Bäumen ist ein Foliendach samt Netzt gespannt. <span class="copyright">Hartinger</span>
Ober den Bäumen ist ein Foliendach samt Netzt gespannt. Hartinger

Ernteertrag von fünf Tonnen

Gemeinsam mit seinem Vater hat Werner Alge vor rund 20 Jahren mit dem Pflanzen von Kirschbäumen begonnen. Was anfangs klein anfing, wurde immer größer, und mit der Zeit kamen neue Bäume und Sorten dazu. Heuer rechnet der Obstbauer mit einem Ernteertrag von fünf Tonnen, im Vergleich zum Vorjahr wäre dies ein gutes Drittel mehr. Der Frost habe im letzten Jahr für Probleme gesorgt.

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Hartinger
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hartinger

Wer nun denkt, dass Familie Alge auf den Kirschen sitzen bleibt, irrt sich allerdings: „Die Nachfrage ist riesig, und alle Kirschen werden immer direkt verkauft. Wir müssen nichts lagern.“ Während der Kirschensaison können täglich Kirschen bei Familie Alge in Lustenau (Kapellenstraße 48) gekauft werden, auch auf dem Wochenmarkt in Dornbirn sind sie anzutreffen.
Neben den Kirschen werden an einem weiteren Standort in Lustenau zudem auch Obstsorten wie Birnen, Äpfel, Zwetschgen oder diverse Gemüsearten angebaut. Dienstags und freitags kann das saisonale Obst und Gemüse im eigenen Hofladen erworben werden.

Werners Frau Janine verkauft täglich frische Kirschen. <span class="copyright">hartinger</span>
Werners Frau Janine verkauft täglich frische Kirschen. hartinger

Kirschen Vorarlberg

Vorarlbergweit gibt es heuer 14 ­Kirschenproduzenten, teilt die Landwirtschaftskammer auf Anfrage mit. Viele davon sind in der Region Fraxern angesiedelt. Dort gibt es auch noch Kirschen auf Halb- und Hochstämmen. Jährlich werden in den Vorarlberger Anlagen rund 40 Tonnen Kirschen geerntet. Die Erntezeit beginnt meist Ende Mai/Anfang Juni. Manche Sorten sind früher reif als andere.

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