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Millionen-Strafprozess gegen Geschäftsführer

19.09.2022 • 14:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">arnd wiegmann</span>Symbolbild.
arnd wiegmannSymbolbild.

Geschäftsführer soll Millionen-Bankgarantien ohne Gegenleistung ausgestellt haben.

Heute beginnt am Landesgericht Wr. Neustadt ein Schöffenprozess um Veruntreuung und Untreue in Millionenhöhe im Tatzeitraum zwischen 2007 und 2014. Der Strafprozess mit den 15 Verhandlungstagen und der für 20. Dezember geplanten Urteilsverkündung findet in Niederösterreich statt, weil zwei der drei Angeklagten Geschäftsführer einer Schneekanonenfirma in Niederösterreich waren. Der dritte Angeklagte war Geschäftsführer der Betreiberfirma eines Vorarlberger Skigebiets, die dem niederösterreichischen Unternehmen Schneekanonen abgekauft hat.

Bangkarantien im Außmaß von 5,2 Millionen Euro

Dem inzwischen 69-jährigen Vorarlberger Angeklagten wird Untreue vorgeworfen. Er soll als damaliger Geschäftsführer eines Vorarlberger Seilbahnunternehmens ohne interne Genehmigung Bankgarantien im Ausmaß von 5,2 Millionen Euro zugunsten des niederösterreichischen Schneekanonenlieferanten beauftragt haben. Dabei habe er gewusst, dass die Schneekanonenfirma zahlungsunfähig sei, so die Anklageschrift.

Zwei seinerzeitigen Geschäftsführern des Unternehmens aus Niederösterreich wird zur Last gelegt, sie hätten aus dem Firmenvermögen 2,2 Millionen Euro ohne Gegenleistungen ausbezahlt. Dazu hätten sie Banküberweisungen, Kassenauszahlungen, Kreditkartenzahlungen sowie Scheck- und Wechseleinlösungen vorgenommen.

Ein bis zehn Jahre Gefängnis

Der Strafrahmen beträgt für den Fall von Schuldsprüchen ein bis zehn Jahren Gefängnis. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Sein Mandant sei nicht schuldig und habe keine Untreue begangen, sagte gestern auf Anfrage Bertram Grass, der Verteidiger des Vorarlberger Angeklagten. Sein Klient habe zwar Bankgarantien beauftragt, dabei aber keinen Schädigungsvorsatz gehabt. Grass kritisiert die lange Dauer des von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft seit 2014 geführten Strafverfahrens und Gutachterkosten drei Millionen Euro.

Die Millionen-Bankgarantien haben am Landesgericht Feldkirch zu zwei Zivilprozessen geführt, von denen der größere nach wie vor anhängig ist. 2017 hatten die Streitparteien im Gerichtssaal eine gütliche Einigung getroffen, die danach aber widerrufen und für ungültig erklärt wurde. Der gerichtliche Vergleich hätte vorgesehen, dass die Vorarlberger Hausbank des Seilbahnunternehmens der 4,2 Millionen Euro fordernden niederösterreichischen Hausbank des Schneekanonenherstellers zur Beendigung der beiden Zivilprozesse 1,5 Millionen Euro bezahlt.