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Funkengota: Eine Frau für den Funken

20.02.2026 • 13:23 Uhr
Funkengota: Eine Frau für den Funken
Die Tradition der „Funkengota“ ist einzigartig und gibt es nur in Lauterach. Hartinger

Seit über 30 Jahren wählt die Lauteracher Funkenzunft jedes Jahr eine Funkengota. Heuer übernimmt Sabine Kassegger die Aufgabe.

Vor gut einem Monat klingelte eines Abends bei Sabine Kassegger das Telefon. „Ich habe mich damals noch gewundert, warum Jürgen Winder mich um diese Uhrzeit anruft“, erinnert sich die Vizebürgermeisterin von Lauterach. „Als er mich dann fragte, ob ich schon von seinem Hobby, der Funkenzunft, weiß, wusste ich, warum er mich angerufen hat.“

Funkengota: Eine Frau für den Funken
Sabine Kassegger und Cornelia Klopfer sind beide “Funkengotas”. Hartinger

Funkengota des Jahres

Seit den 1990er-Jahren gibt es in Lauterach einen besonderen, bislang einzigartigen Brauch. Jedes Jahr wählt die Funkenzunft eine Frau aus der Ortschaft aus: die sogenannte Funkagota. Was vor über drei Jahrzehnten als kleine Idee entstand, ist heute feste Tradition. Aufgabe der Funkagota ist es, zwei Wintergeister als Krönung für den Funkenturm zu gestalten.

Funkengota: Eine Frau für den Funken
Die Funkengotas sind teils auch für die Verköstigung der Funkenbauer zuständig. Hartinger


Zusätzlich hält die Funkenzuft dazu fest: „Die Funkengota ehrt das Fest mit ihrer Anwesenheit und begleitet den traditionellen Funkenbrauch als Symbol für Glück, Schutz und gute Stimmung. Unter anderem sorgt sie für das leibliche Wohl der „Funkabuaba“ während des Aufbaus.“

Hexe oder Geist?

Hexe oder Geist? Auf die Frage, warum zwei Funkengeister statt einer Funkenhexe auf dem Holzturm stehen, wird seitens der Zunft geantwortet: „Wir haben vor etlichen Jahren die Hexe gegen die Geister getauscht, nachdem sich einige Personen wegen des Themas Hexenverbrennung aufgeregt haben.“ Das ist mittlerweile über ein Jahrzehnt her und wurde erst viele Jahre nach der ersten Funkengotas geändert. Die beiden Geister sind inzwischen fixer Bestandteil des Lauteracher Funkens.

Funkengota: Eine Frau für den Funken
Frosti und Flocki kommen am Samstag mittels Kran auf den Funken. Hartinger

Heuer wurde Sabine Kassegger mit dem Basteln und der Benennung der Geister beauftragt. Die mit Stroh gefüllten, rund einen Meter großen Puppen tragen die Zahlen zwei und sechs auf ihren Bäuchen. Das ist ein Hinweis auf den Winter 2026, der mit dem Funken ausgetrieben werden soll, erläutert Kassegger. Unterstützung bei der Gestaltung erhielt die Lauteracherin traditionsgemäß von der vergangenen Funkagota. Derzeit werden Frosti und Flocki, die Namen der diesjährigen Funkengeister, noch am Boden beim Funkenplatz aufbewahrt.
Am Samstag, wenige Stunden vor dem Anzünden des Funkens, tauft die Funkagota Flocki und Frosti feierlich. Anschließend werden sie mithilfe eines Baukrans am Funken befestigt.

Funkengota: Eine Frau für den Funken
Vizebürgermeistern von Lauterach Sabine Kassegger, ist dieses Jahr Funkengota. Hartinger

Chefin vom Dienst

„Inzwischen gibt es eigentlich schon fast mehr Funkagotas als Funkenbauer“, sagt Cornelia Klopfer lachend. Klopfer war 2016 Funkagota und ist seither jedes Jahr mit Begeisterung dabei.

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Cornelia Klopfer war vor zehn Jahren Funkengota. Hartinger

Vor einigen Jahren übernahm sie auf Wunsch der Funkenzunft die Leitung der „Funkagotas“. Denn auch wenn sich die Aufgaben der Funkagota hauptsächlich auf ein Jahr konzentrieren, bleiben die Frauen der Funkenzunft treu.
Wer zusehen will, wie Frosti und Flocki eingeheizt wird, hat morgen, Samstag, um 19 Uhr auf dem Funkenplatz Lauterach die Möglichkeit dazu.