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Kinderuni Vorarlberg: Mitdenken, Mitmachen, Entdecken

20.02.2026 • 13:58 Uhr
Kinderuni
Die Kinderuni Vorarlberg startet mit dem Sommersemester wieder durch. fhv

Mit dem Auftakt des Sommersemesters 2026 startet die Kinderuni Vorarlberg wieder durch. Die Hochschulen öffnen ihre Türen für Acht- bis Zwölfjährige. Alle sind zum Mitdenken, Mitmachen und Entdecken eingeladen.

Die Kinderuni Vorarlberg legt am 25. Februar mit dem Sommersemester 2026 los. Sechs Vorlesungen und Workshops für Acht- bis Zwölfjährige stehen an der Fachhochschule Vorarlberg (FHV), der Stella Vorarlberg Privatschule für Musik und der Pädagogischen Hochschule (PH) Vorarlberg auf dem vielseitigen Programm. Zum Start des beliebten Formats lädt Sarah Schlatter von der FHV unter dem Titel „Bau dir deinen Lebensraum“ ein. Im Mittelpunkt steht die Zukunft des Wohnens. Die Kinder entwickeln Ideen für ihre Stadt, planen, gestalten und denken weiter. Genau dieses „Mitmachen und Mitdenken“ ist das Herzstück der Kinderuni.

Brückenbauer

Für FHV-Rektorin Regine Kadgien geht es dabei um weit mehr als um frühe Berufsorientierung. „Es geht darum, die Neugier für Wissenschaft und für Wissen generell zu fördern beziehungsweise den Spaß am Lernen zu wecken“, betont sie. „Die Hochschulen öffnen ihre Türen im Sinne ihrer ‚Third Mission‘. Das umfasst den Auftrag, neben Lehre und Forschung Wissen aktiv in Gesellschaft und Wirtschaft einzubringen und zugleich Impulse aus beiden Bereichen aufzugreifen“, so Kadgien. „Dazu zählen Technologietransfer, Weiterbildung, soziales Engagement sowie kulturelle Beiträge.“ Hochschulen seien „Brückenbauer, die Innovationen vorantreiben und zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen“. Die Kinderuni sei dafür ein anschauliches Beispiel: „Dieses Format macht die Hochschule nicht nur für junge Menschen zugänglich, sondern stärkt auch den Dialog mit der Gesellschaft, fördert Begeisterung für Wissenschaft und schafft Nähe zwischen Hochschule, Familien und der Region.“

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FHV-Rektorin Regine Kadgien. Nina Bröll

Kindgerecht aufbereiten

Anspruch ist es, komplexe Inhalte kindgerecht aufzubereiten, ohne sie zu vereinfachen. „Hier spielen vor allem die Sprache der Dozierenden und die Interaktion eine große Rolle“, erklärt Kadgien. Ausgangspunkt seien immer „die Fragen und die Neugier der Kinder“. Abstrakte Konzepte würden über „Alltagsbeispiele, Experimente, Geschichten oder kreative Aufgaben greifbar gemacht“. Durch aktives Mitmachen würden die Kinder „nicht nur zu Zuhörern, sondern zu Mitforschenden“. Entscheidend sei das Zutrauen: „Der Anspruch bleibt erhalten, weil wir den Kindern zutrauen, auch anspruchsvolle Themen zu verstehen, wenn sie altersgerecht vermittelt werden.“ Fachliche Tiefe entstehe „nicht durch Fachbegriffe, sondern durch gutes Fragenstellen, gemeinsames Reflektieren und das Erleben von Zusammenhängen“.

Fortlaufende Anmeldungen

Die Kinderuni ist wie eine „echte“ Universität organisiert. Pro Semester stehen sechs Vorlesungen auf dem Programm. Für jede besuchte Einheit erhalten die Teilnehmer einen Stempel in ihren Kinderuni-Ausweis. Wer im Laufe eines Studienjahres – Winter- und Sommersemester – mindestens sechs Stempel sammelt, wird zur feierlichen Sponsion eingeladen und erhält dort ein offizielles Zeugnis der Kinderuni. Die Teilnahme an der Kinderuni ist kostenlos. Anmeldungen zu den einzelnen Vorlesungen sind ab sofort im Internet unter www.fhv.at/kinderuni möglich.

Einladung zum Entdecken

Auch PH-Rektorin Elisabeth Haas sieht in der Kinderuni vor allem eine Einladung zum Entdecken. „Wir von den Hochschulen laden Schüler ein, um sie mit unterschiedlichen Themen und Inhalten vertraut zu machen.“ Kinder würden erfahren: „Wie funktioniert etwas? Wie sind Inhalte miteinander verknüpft? Wie ist man auf Erfindungen und Entwicklungen gestoßen?“ Sie erhielten „Einblicke und Erklärungen in Abläufe und Systeme und können Unterschiedliches auch ausprobieren“. Zentrales Anliegen sei es, „aufzuzeigen, dass Bildung sehr wesentlich ist und dass Bildung sehr unterschiedlich ablaufen kann“.
Didaktisch setzt man auch an der Pädagogischen Hochschule auf Vielfalt: „Dozierende bereiten die Inhalte kindgerecht auf – in Workshops und an Stationen können Kinder etwas ausprobieren. Sie erhalten auch Kurzvorträge als Einführungen“, führt Haas aus. „Die Kinder werden zum Denken animiert; es gibt Vergleiche und Abgleiche; die Kinder können Instrumente ausprobieren und vieles mehr.“ So bleibe Lernen lebendig und erfahrbar.

Kinderuni Vorarlberg: Mitdenken, Mitmachen, Entdecken
PH-Rektorin Elisabeth Haas. Klaus Hartinger

Kooperation sorgt für breites Spektrum

Die Kooperation der drei Hochschulen sorgt für ein breites Spektrum – von Technik, Wirtschaft und Gesundheit über Pädagogik bis zu Musik und künstlerischem Ausdruck. „Die Kinderuni lebt von der inhaltlichen Vielfalt der drei Hochschulen“, weiß Regine Kadgien. Jede bringe ihre spezifischen Stärken ein, dadurch entstehe „ein breit gefächertes Programm, das wissenschaftliche, kreative und gesellschaftliche Themen miteinander verbindet“. Für die Kinder bedeute das, „Wissen aus unterschiedlichen Perspektiven“ zu erleben und zu erfahren, „dass Lernen vielseitig, praxisnah und inspirierend sein kann“.
Auch Elisabeth Haas betont den Mehrwert der Zusammenarbeit: „Die drei Hochschulen arbeiten in diesem Projekt zusammen und zeigen die unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkte auf. Somit erhalten die Kinder ein breites Angebot und Repertoire, und wir gehen davon aus, dass für jedes Kind etwas dabei ist.“ Intern habe man Strukturen geschaffen, „damit die Zusammenarbeit funktioniert, und es gibt ein eigenes Logo und Design“.
Wichtig ist beiden Rektorinnen der niederschwellige Zugang. Die Teilnahme ist kostenlos, ebenso die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb Vorarlbergs – in Kooperation mit dem Verkehrsverbund. Kadgien: „Exakt das ist der Hintergrund, einen niederschwelligen Zugang zu Wissen und Bildung zu bieten und auch Kinder zu erreichen, die sonst wenig Berührung mit Hochschulen haben.“ Veranstaltungen mit bis zu 60 Teilnehmenden seien „jeweils rasch ausgebucht“. Prinzipiell sei es der FHV wichtig, „Bildung und Wissen für alle anzubieten“.

Programm Sommersemster 2026

25. Feburar, 15 Uhr (FHV, Dornbirn): Bau‘ dir deinen Lebensraum; Referentin: Sarah Schlatter

18.März, 15 Uhr (Stella, Feldkirch): Mit jedem Atemzug Musik; Referent: Yosemeh Adjei

8. April, 15 Uhr (FHV, Dornbirn): Von Superhelden, Avataren und Popstars; Referent: Peter Hoffmann

6. Mai, 15 Uhr (Stella, Feldkirch): Von der Flöte ins Ohr; Referentin: Sophia Schambeck

27. Mai, 15 Uhr (PH, Feldkirch): Das Geheimnis der perfekten Formen; Referent: András Bátkai

17. Juni, 15 Uhr (FHV, Dornbirn); Einzigartig. Bund. Wir!; Referenten: Viktoria Reuschel und Lukas Dünser

Breite Masse ansprechen

Haas ergänzt, man merke, „dass vor allem bildungsaffine Elternteile zu uns an die Hochschule kommen“, doch das Angebot sei „für alle Kinder in Vorarlberg angedacht“. Es sei ein Anliegen, „die breite Masse anzusprechen und für Bildung und Ausbildung zu begeistern“.

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Leuchtturmprojekt

Seit über 20 Jahren gibt es die Kinderuni. Für Regine Kadgien ein „Leuchtturmprojekt der Wissensvermittlung“ und „von Anfang an eine Erfolgsgeschichte“. Viele Vorlesungen seien schnell ausgebucht, zahlreiche Kinder hätten ihre „Studienleistungen“ mit einer feierlichen Sponsion abgeschlossen. Auch Haas bilanziert: „Wir Hochschulen sehen die Kinderuni als Erfolg. Die Anmeldungszahlen haben sich gesteigert, es kommen Kinder aus allen Regionen Vorarlbergs an unsere Hochschulen. Wir bemühen uns um ein attraktives und abwechslungsreiches Programm.“
Nicht unerwähnt lassen will FHV-Rektorin Regine Kadgien, dass „das Format auch von den engagierten Professoren und Dozierenden lebt“.