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Die vielen Facetten der Messestadt

Bürgermeisterin Andrea Kaufmann geht die Themen zukunftsorientiert an. Klaus Hartinger

Bürgermeisterin Andrea Kaufmann geht die Themen zukunftsorientiert an.

 Klaus Hartinger

Interview. Bürgermeisterin Andrea Kaufmann spricht über Familienfreundlichkeit, Digitalisierung, Lieblingsorte und Dornbirn in zehn Jahren.

Ist Dornbirn ein guter Ort, um Kinder großzuziehen?

Kaufmann: Absolut. Natürlich ist diese Thematik für mich eine persönliche Herzensangelegenheit. Ich bin seit 22 Jahren in verschiedenen Funktionen in der Politik immer wieder darum bemüht, dass Dornbirn ein guter Ort für Familien mit Kindern ist. Speziell in den vergangenen 15 Jahre hat sich viel in Sachen Familienfreundlichkeit getan.

Was genau?

Kaufmann: Es wurden nicht nur Kinderbetreuungseinrich­tungen, Kindergärten und Schulen ausgebaut, sondern auch verschiedene Angebote geschaffen, wie etwa das Familien-Sommer-Programm. Wichtig ist es darüber hinaus, Präventionsketten zu bilden. Im Rahmen des Programmes „Dornbirn lässt kein Kind zurück“ werden Familien umfassend unterstützt – auch in schwierigen Lebenslagen. Und das von Geburt der Kinder an. Die Maßnahmen reichen vom Baby-Start-Paket über Familiensprechstunden bis hin zur Sprachförderung und Gestaltung der Übergänge beispielsweise vom Kindergarten in die Schule. Der Fokus liegt also nicht nur auf dem großen Anteil der Familien, denen es gut geht. Dornbirn ist Familie-Plus-Gemeinde. Das bedeutet, Familien mit Kindern werden in sämtlichen Bereichen wie Wohnen, Umwelt, Sport, Kultur und Freizeit in den Fokus gerückt. Kurzum: Die Messestadt ist ein idealer Ort zum Leben für Familien mit Kindern.

Was beschäftigt Sie momentan am meisten in Ihrer Arbeit als Verwaltungschefin?

Kaufmann: Das Budget 2018. Natürlich geht es um Zahlen, hinter jeder Zahl stehen Inhalte. Damit meine ich Projekte, welche 2018 umgesetzt werde sollen. Etwa der Neubau der Stadtbücherei, die Umbaumaßnahmen im Krankenhaus, die Errichtung eines Gebäudes für die Bundespolizei am Bahnhof oder die Erweiterung der Volksschule Haselstauden. Es sollen zudem die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung weiter ausgebaut werden. Die Digitalisierung steht ebenso im Vordergrund. Es gilt Fragen zu klären wie: Was muss oder kann seitens der Stadt angeboten werden und wie können die Strukturen verbessert werden?

Wie wird speziell das Thema Digitalisierung forciert?

Kaufmann: Derzeit wird der Smart-City-Wettbewerb durchgeführt, um die ansässige junge kreative Szene zu fordern und zu fördern. Ziel ist dabei, für Dornbirner Bürger Apps zu entwickeln, die positiv genutzt werden können. Künftig soll die alte Postgarage am Campus V als Zentrum für kreative Köpfe dienen. Als frei zugängliche Räumlichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung. Kreative, die sonst alleine zu Hause tüfteln, können so zusammenkommen. Vielleicht wachsen sogar ein paar Start-ups daraus.

Was wurde bereits in Sachen Digitalisierung umgesetzt?

Kaufmann: Es wurde eine bessere Infrastruktur geschaffen. In Sachen Breitbandversorgung ist die Stadt mittlerweile sehr gut aufgestellt. Die neue Fußgängerzone ist mit frei zugänglichem WLAN ausgestattet. Ebenso die Stadtbusse. Weitere Orte werden folgen. Gleichzeitig wurde die Verwaltung fit für das 21. Jahrhundert gemacht. So ist es mittlerweile möglich, Akten digital abzurufen und Bescheide digital zu erlassen. Die Homepage der Stadt wird derzeit überarbeitet. Es werden vermehrt Formulare zum Download angeboten. Die Anwendung ist also benutzerfreundlicher geworden. Dennoch ist da noch immer viel Luft nach oben.

Was beschäftigt Sie derzeit außerdem?

Kaufmann: Ich möchte die Vision „Europäische Kulturhauptstadt“ vorantreiben. Bis zum ersten Quartal 2018 gilt es zu klären, ob eine Bewerbung tatsächlich sinnvoll ist. Bis dann sollte eine Entscheidung fallen. Wir haben in Dornbirn die Organisation übernommen, und ich möchte forcieren, dass im Jänner oder Februar „gute Entscheidungen“ getroffen werden.

Wie sehen Sie Dornbirn in zehn Jahren?

Kaufmann: Man darf sich nie auf Erreichtem ausruhen, sondern muss immer am Ball bleiben. In Dornbirn steht das umfangreiche Thema „Zusammenleben“ über allem. Mein Ziel ist es, dass auch in zehn Jahren die Menschen in Dornbirn gut und gerne zusammenleben. Es gilt, Generationen, Kulturen und sozial unterschiedliche Menschen zusammenzubringen. Damit das gelingt, darf die „Schere“ nicht weiter auseinandergehen. Meine Vision ist außerdem eine innovative und dynamische Weiterentwicklung der Stadt. Es gibt wichtige Themen, die anstehen, und diese müssen wir konsequent und zukunftsorientiert angehen. Das mag vielleicht simpel klingen, aber es wird eine Herausforderung werden. Wirtschaftliche Stärke, Angebote, Zufriedenheit, Beteiligung und Stadtentwicklung – es gibt viele Facetten, die in das Gesamtpaket hineinspielen.

Gibt es Neuigkeiten in Sachen Markthalle?

Kaufmann: Der erste Zwischenbericht der in Auftrag gegebenen Cima-Studie liegt vor. Dabei wurde ermittelt, ob für eine Markthalle überhaupt genügend Potenzial besteht. Das Ergebnis ist eindeutig: Eine Markhalle ist sehr wohl sinnvoll. Dornbirn hat als Einkaufstadt ein großes Einzugsgebiet. Die Idee wird also weitergeführt. Als nächster Schritt wird die Standortsuche intensiviert werden. Priorität hat dabei die Innenstadt und nicht die „grüne Wiese“ außerhalb des Zentrums. Sobald ein geeigneter und verfügbarer Standort gefunden worden ist, kann in Sachen Markthalle weiter geplant werden.

Steht diese nicht in Konkurrenz zum Markt?

Kaufmann: Die Studienergebnisse haben gezeigt, dass Markthalle und Markt voneinander profitieren. Die geografische Nähe ist aber essenziell. Deswegen wird in erster Linie die Innenstadt als Standort infrage kommen.

Was ist Ihre liebste Jahreszeit in Dornbirn?

Kaufmann: Eine Unterhaltung dazu hatte ich kürzlich mit meinem Sohn. Eigentlich präferiere ich keine Jahreszeit. Ich mag Sommer wie Winter, auch die Übergänge sind spannend. Lediglich das immer wiederkehrende Nebelmeer würde ich ausblenden (lacht). Es gefällt mir, dass es in unseren Breitengraden Jahreszeiten gibt. Im Gegensatz zu Ländern in denen tagein tagaus ähnliche Temperaturen vorherrschen.

Gibt es einen Ort in Dornbirn, an dem Sie sich besonders gerne aufhalten?

Kaufmann: Die meiste Zeit verbringe ich wohl im Rathaus (lacht). Das ist quasi mein zweites Zuhause. Am meisten Privatsphäre habe ich natürlich daheim. Ich bin aber auch ein Natur-Mensch, wandere und bike gerne. Und mit dem Karren befindet sich die Möglichkeit, diesen Hobbys nachzugehen, quasi direkt vor der Haustür. Ich nutze die Naturlandschaft, wo immer es geht.

Haben Sie eine Lieblingsveranstaltung in Ihrer Heimatstadt?

Kaufmann: Das was Dornbirn in Sachen Veranstaltungen meiner Meinung nach ausmacht, ist die Breite. Es gibt eine große kreative Szene. Es wird viel initiiert, und zwar nicht nur vonseiten der Stadt. Verantwortliche von Vereinen, Einrichtungen und Organisationen sind gleichermaßen aktiv. Das macht es für mich spannend. Vom Christkindle- oder Martinimarkt, Alpabtrieb und Urbikuss bis zum Dynamo-Festival ist also alles dabei.

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