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Haft: Frau im Schlaf missbraucht

20.05.2020 • 18:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagt und sein Freund hatten sich einen Ski- und Sexurlaub in Lech gegönnt.<br><span class="copyright">Philipp Steurer</span>
Der Angeklagt und sein Freund hatten sich einen Ski- und Sexurlaub in Lech gegönnt.
Philipp Steurer

Urteil bestätigt: 21 Monate Gefängnis, davon sieben unbedingt.

Der Schuldspruch wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person wurde schon im März rechtskräftig. Denn der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien hat in zweiter Instanz die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichts Feldkirch vom 26. Juni 2019 zurückgewiesen.

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der Unternehmer aus Oberösterreich am 12. März 2018 in seinem Hotelzimmer in Lech so lange vaginalen Geschlechtsverkehr mit einer tief schlafenden und durch Alkohol und Kokain beeinträchtigen Frau gehabt, bis sie aufwachte und ihn von sich stieß. Demnach hat der Angeklagte zuvor die 36-Jährige, die, lediglich mit einem Handtuch bekleidet, in dem Hotelzimmer auf der Couch schlief, in sein Bett getragen.

Für das Verbrechen wurde der unbescholtene Angeklagte in erster Instanz am Landesgericht zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon betrug der unbedingte, zu verbüßende Teil sieben Monate. Der Strafrahmen belief sich auf ein bis zehn Jahre Haft.

Die erstinstanzliche Strafe wurde nun in der Berufungsverhandlung am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) bestätigt. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Das Urteil ist damit rechtskräftig. Gegen die in Feldkirch verhängte Strafe haben damit sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft Feldkirch ohne Erfolg Berufung erhoben.

Vergeblich Freispruch gefordert

Der Angeklagte forderte vergeblich einen Freispruch. Sein Mandant habe mit der Frau keinen sexuellen Kontakt gehabt, sagte der Verteidiger. Die durch Alkohol und Rauschgift beeinträchtigte Frau habe halluziniert. Die Richter hielten hingegen nur die Angaben des mutmaßlichen Opfers für glaubwürdig.

Der Angeklagte und sein Freund hatten sich wieder einmal einen Ski- und Sexurlaub in Lech gegönnt. Dazu ließen die beiden Unternehmer aus Oberösterreich zwei russische Prostituierte von Moskau nach Salzburg einfliegen. Der Freund des Angeklagten nahm auch das spätere Opfer, die 36-Jährige aus dem Osten Österreichs, mit an den Arlberg, mit der er schon zuvor sexuell verkehrt hatte.

Der Angeklagte erhoffte sich, so die Richter, auch sexuelle Abenteuer mit der 36-Jährigen, wurde von ihr jedoch mehrmals abgewiesen. Deshalb hat er aus Sicht der Strafrichter die Gelegenheit ausgenützt und sie missbraucht, als sie im durch Alkohol und Kokain beeinträchtigten Zustand in seinem Zimmer schlief.

Seff Dünser