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Saison für Freibäder noch nicht verloren

20.05.2020 • 17:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Vorarlberger Freibäder dürfen bald wieder ihre Pforten öffnen.<br>Hartinger (2)/Steurer
Die Vorarlberger Freibäder dürfen bald wieder ihre Pforten öffnen.
Hartinger (2)/Steurer

Ab 29. Mai öffnen Vorarlbergs Schwimmbäder. Die Verantwortlichen hoffen auf einen heißen Sommer.

Mit großer Vorfreude blicken Sonnenanbeter, Wasserratten und auch Schwimmbadbetreiber auf den 29. Mai. Denn an diesem Tag dürfen in ganz Österreich ihre Tore öffnen. Aus diesem Anlass wurden in der vergangenen Woche auch seitens des Gesundheitsministeriums Empfehlungen für den Start in die Badesaison veröffentlicht. So sollen etwa die Besucherzahlen beschränkt werden. Pro Badegast sollen zehn Quadratmeter Liegefläche zur Verfügung stehen. Auch in den Becken soll darauf geachtet werden, dass pro Person sechs Quadratmeter zur Verfügung stehen. Daneben werden die Freibadverantwortlichen dazu aufgefordert, auch in anderen Bereichen, etwa an den Kassen oder in den Umkleiden, dafür zu sorgen, dass der Mindestabstand von einem Meter zwischen den Besuchern eingehalten wird. Von den Badegästen wird Eigenverantwortung eingefordert, die geltenden Hygiene- und Abstandsempfehlungen einzuhalten.

Walgaubad-Geschäftsführer Oliver Tschabrun
Walgaubad-Geschäftsführer Oliver Tschabrun

Keine großen Auswirkungen haben die Beschränkungen im Nenzinger Walgaubad, berichtet Geschäftsführer Oliver Tschabrun. Bereits bisher seien pro Badegast zehn Quadratmeter an Liegefläche veranschlagt worden. Bis zu 3000 Gäste hätten vor der Krise pro Tag im Bad begrüßt werden können. Dies sei auch ab 29. Mai so. Schwieriger sei es jedoch, die maximale Personenzahl in den Becken genau im Blick zu behalten, meint der Geschäftsführer. Dies wäre nur mit enormem Personalaufwand möglich. Allerdings sei nicht zu erwarten, dass die Becken an regulären Badetagen zu voll seien.

Lediglich an einer Handvoll Spitzentagen besteht aus Sicht von Tschabrun die Gefahr, dass die Empfehlungen nicht eingehalten werden. Er setzt dabei aber auch auf die Eigenverantwortung der Gäste. Schließlich sind auch sie angehalten, einen bis zwei Meter Abstand (beim Baden in Naturgewässern: drei bis vier Meter) zu halten.

Um lange Schlangen an den Kassen zu verhindern, wird unter anderem auf Saisonkarten gesetzt, die bereits ab diesem Mittwoch (bis 29. Mai täglich von 10 bis 19 Uhr) verkauft werden. Ebenso wird ein Zehnerblock angeboten, mit dem der Nutzer dann zehn Mal das Bad besuchen kann, ohne an der Kasse anstehen zu müssen. „Und wenn es an manchen Tagen einen besonderen Andrang gibt, werden wir eine zweite oder dritte Kassa einrichten und die Notausgänge zu Eingängen umfunktionieren“, erzählt Tschabrun.

Rheinauen in Hohenems

Im Hohenemser Erholungszentrum Rheinauen rechnet Geschäftsführer Ewald Petritsch damit, dass etwa 5500 bis 6000 Besucher gleichzeitig Platz finden werden. Derzeit werde die Liegefläche genau vermessen, weshalb noch keine genauere Einschätzung möglich sei. Vor der Krise seien über den Tag verteilt jedoch bis zu 8000 Gäste verzeichnet worden.

Im Bludenzer Freibad Val Blu werden zum Neustart bis zu 1200 Wasserratten auf die Anlage dürfen, heißt es auf Anfrage. Saisonkartenbesitzer hätten immer Zugang.

Auf den Liegeflächen heißt es, genügend Abstand zu halten.
Auf den Liegeflächen heißt es, genügend Abstand zu halten.

Prognose ist schwierig

Einig sind sich die Schwimmbadverantwortlichen, dass die heurige Saison trotz Corona noch keine verlorene ist. „Der Mai ist erfahrungsgemäß für die Freibäder der schwächste Monat“, weiß Ewald Petritsch. Entscheidend werde die Zeit ab Juni. Bei entsprechender Witterung in den Sommermonaten könne es also durchaus noch eine gute Saison werden. Ähnlich äußerte sich Oliver Tschabrun. Es könne durchaus sein, dass durch das Coronavirus einige den Urlaub in der Heimat verbringen und vermehrt ins Freibad gehen, meint er. Eine Prognose sei aber aufgrund vieler Unwägbarkeiten schwierig.