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Nach wie vor: Ehrenamt im Ländle „in“

26.05.2020 • 18:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vom Dienst an der Natur bis zum Einsatz für sozial Schwache: Die Vorarlberger engagieren sich in den unterschiedlichsten Bereichen ehrenamtlich. <span class="copyright">Shutterstock</span>
Vom Dienst an der Natur bis zum Einsatz für sozial Schwache: Die Vorarlberger engagieren sich in den unterschiedlichsten Bereichen ehrenamtlich. Shutterstock

Bürgerschaftliches Engagement und Sozialkapital in Vorarlberg stabil.

Fast jeder zweite Vorarlberger über 15 Jahren ist ehrenamtlich engagiert. Das geht aus einer am Dienstag von Landestatthalterin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP), Studienautor Frederic Fredersdorf, Leiter des Forschungszentrums Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der FH Vorarlberg, sowie Michael Lederer vom Büro für Zukunftsfragen, im Rahmen eines Pressegesprächs in Bregenz präsentierten Studie hervor.
„Ehrenamt und bürgerliches Engagement sind in Vorarlberger fest verankerte Werte. Wir sind ein Land, der ehrenamtlichen Tätigen und wir wollen diesen Schatz, den wir hier zur Verfügung haben, hegen und Pflegen“, so Schöbi-Fink. Und dies bedeute, dass man auch ganz genau hinschauen muss. Deswegen habe das Land nach 2010 und 2014 auch 2019 den Auftrag erteilt, eine entsprechende Studie zu erstellen. Diese zeigt auf, wie sich das Ehrenamt, das bürgerliche Engagement und das Sozialkapital seit der letzten Erhebung verändert haben.

Organsiertes Ehrenamt

Studienautor Frederic Fredersorderf von der FH Vorarlberg betonte, dass die Daten bereits 2019 erhoben worden seien – also noch vor der Coronakrise. Bezüglich des bürgerschaftlichen Engagements – hier wurden zehn verschiedene Aspekte gemessen, wie etwa die Anzahl der Ehrenamtsbereiche in welchen jemand aktiv ist oder der Grad der Mitwirkungsaktivität – berichtete Fredersdorf, dass keine signifikaten Änderungen im Vergleich zu den Vorjahren festgestellt worden seien. Was sich verglichen zu 2014 jedoch signifikant verändert habe, sei das organisierte ehrenamtliche Engagement. Waren 2014 nur 23,2 Prozent der Studienteilnehmer organisiert engagiert, waren es in der aktuellen Studie 27,7 Prozent.
Die Hauptbereiche, in welchen sich die Bürger engagieren, hätten sich ebenfalls nicht verändert. So würden die Schwerpunkte auf den Bereichen Sport (38,6 Prozent), Kultur (29,9 Prozent) und Religion (16,8 Prozent) liegen. In diesem Zusammenhang zeigte Fredersdorf auf, dass mehr als die Hälfte der Engagierten (64,4 Prozent) ihr Engagement in einem Verein ausüben, dem um die 290 Mitglieder angehören. Weiters hätten drei Viertel der Engagierten (76,9 Prozent) angegeben, dass ihr freiwilliger Einsatz mit regelmäßigen Verpflichtungen einhergehe.

Präsentierten die Studie, v.l.: Michael Lederer, Barbara Schön-Fink und Frederic Fredersdorf Präsentation.<span class="copyright">VLK</span>
Präsentierten die Studie, v.l.: Michael Lederer, Barbara Schön-Fink und Frederic Fredersdorf Präsentation.VLK

Im Durchschnitt wenden die Befragten 4,1 Stunden pro Woche für das bürgerschaftliche Engagement auf. Gefragt nach ihrer Motivation, würden zwei Drittel der Engagierten die Freude bzw. den Spaß am Engagement angeben. Für knapp 60 Prozent stünden altruistische Motive im Vordergrund, während 54 Prozent der Befragten das Gemeinwohl als Grund für ihren Einsatz nannten.
Auch beim Sozialkapital zeigten die wesentlichen Indikatoren – etwa das Empfinden von Lebensqualität und Zufriedenheit – eine stabile Entwicklung an, obwohl auch in Vorarlberg ein gewisser Trend zum „Cocooning“ – also zum Rückzug ins Private – feststellbar sei, so Michael Lederer: „Schon in früheren Studien ist eine solche Tendenz, also Engagement und Zeit vermehrt in der nächsten Umgebung der Familie einzubringen, festgestellt worden.“ Zugleich bestätige die Studie aber auch, dass negatives Sozialkapital – sprich erlebtes Unverständnis und Unfreundlichkeit bis hin zum Mobbing – gegenüber den letzten Jahren signifikant abgenommen haben.
Die Studie wurde nach 2010 und 2014 zum dritten Mal durchgeführt. Der Erhebungszeitraum war März und April 2019. An der Studie, welche im Auftrag des Büros für Zukunftsfragen vom Forschungszentrum Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der FH Vorarlberg erhoben worden ist, beteiligten sich 429 Bürger.

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