Kommentar

Kein gutes Pflaster

27.05.2020 • 18:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bundeskanzler Sebastian Kurz legt sehr viel Wert auf Inszenierung. Vor allem seiner selbst. Diesbezüglich ist Vorarlberg für den 33-­Jährigen kein gutes Pflaster. Bei seinem Besuch in Bregenz im November 2018 wurde der Regierungschef von Bürgern, die sich über die Abschiebepraktiken Öster­reichs beschwerten, öffentlich zur Rede gestellt. Die Bilder gingen durch Österreich und sorgten für Flecken auf der inszenierten weißen Weste. Das war im Inszenierungsplan der Bundesregierung so sicher nicht vorgesehen. Und nun schon wieder Vorarlberg: Ein Bad in der Menge im Kleinwalsertal wird zum erneuten PR-Desaster. Eigentlich wollte der Kanzler Solidarität mit der Bevölkerung zeigen, stattdessen sorgte er für berechtigte Empörung in ganz Öster­reich. Wieder Flecken auf der Weste und wieder aufgrund eines Auftrittes im westlichsten Bundesland. Dem Bundeskanzler ist immerhin zugute zu halten, dass er die Menschen zumindest aufforderte, den Mindestabstand zu wahren. Jedoch ließ er dabei jegliche Vehemenz sowie Ernsthaftigkeit vermissen, die man sich angesichts der Situation und Aussagen der vergangenen Wochen von einem Regierungschef erwarten würde.

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