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Millionen Sondertopf für Tourismus

02.06.2020 • 18:56 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Land stellt umgehend 15 Millionen Euro für Betriebe bereit.

Der Tourismus hat die Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht nur früh, sondern auch massiv zu spüren bekommen. Daher soll der Branche nun rasch und wirkungsvoll geholfen werden, um existenzbedrohende Liquiditätsengpässe zu vermeiden und Arbeitsplätze zu sichern. Das stellten Landeshauptmann Markus Wallner und der zuständige Landesrat Christian Gantner (beide ÖVP) am Dienstag bei einem Pressetermin in Aussicht.

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Christian Gantner, Markus Wallner und Markus Kegele. VLK

Land und Wirtschaftskammer Vorarlberg haben sich auf ein Unterstützungspaket in der Höhe von 15 Millionen Euro geeinigt. Auch die Reisebusunternehmen werden mit einer Million Euro unterstützt. Zusammen mit den im Budget veranschlagten Mitteln stehen in Summe rund 26 Millionen Euro zur Verfügung.

„Der Tourismus zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen in Vorarlberg und ist wichtiger Impulsgeber auch für andere Bereiche – wie Handel, Handwerk, Bau- und Dienstleistungsgewerbe, Verkehrsbetriebe und die Landwirtschaft. Es geht also auch um zahlreiche Arbeitsplätze in vor- und nachgelagerten Bereichen und vor allem auch um den Fortbestand regionaler Wertschöpfungsketten und die Attraktivität unserer Talschaften und Regionen“, betonte Wallner.

Minus von 20 Prozent

Die Covid-19-Krise hatte massive Auswirkungen auf die Wintersaison. Das Ergebnis ist ein Minus von etwa 20 Prozent bei den Gäste- und Nächtigungszahlen. Und nun hat sich auch der Start in die Sommersaison verzögert. Die Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen und die bevorstehende Grenz­öffnung am 15. Juni stimmen zumindest Wallner und Gantner vorsichtig optimistisch.

Nach Gesprächen mit den Branchenvertretern haben Land und Wirtschaftskammer nun eine Sonderförderung erarbeitet. Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe können zu ihren Kosten im Zusammenhang mit dem Wiederhochfahren einen einmaligen direkten Zuschuss beantragen (siehe Infobox unten). Dieser beträgt sechs Prozent des im Zeitraum 1. März bis 31. Mai 2019 erzielten Netto-Umsatzes eines Unternehmens. Maximal werden 50.000 Euro gezahlt. Anspruchsberechtigt sind rund 2700 Betriebe im Land.

Diese Wiederaufbauhilfe wird durch Dominoeffekte auch anderen Branchen zugutekommen.

Tourismus-Spartenobmann Markus Kegele

Tourismus-Spartenobmann Markus Kegele zeigte sich erleichtert über die ausverhandelte Sonderförderung. „Diese unkomplizierte und unbürokratische Wiederaufbauhilfe als Ergänzung zu den Unterstützungsleistungen des Bundes ist eine wichtige Hilfe zur Liquiditätssicherung und wird durch weitere Dominoeffekte auch anderen Branchen zugutekommen“, meinte Kegele. Der Tourismus sei eine Schlüsselbranche mit landesweiter Wertschöpfung und Umwegrentabilität und sichere wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig Existenzen gerade auch im ländlichen Raum.

Förderung für Bussunternehmen

Auch die Autobusunternehmen wurden durch die coronabedingten Maßnahmen hart getroffen. Das komplette Wegbrechen der Umsätze und besondere Beförderungsbedingungen bei der Wiederaufnahme des Betriebs machen in der jetzigen Phase zusätzliche Unterstützungen notwendig. Gefördert werden Kosten für Marketingmaßnahmen wie etwa Inserate oder Prospekte sowie sonstige Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Bekämpfung, die im Zeitraum 1. Juni bis 31. Dezember 2020 ­anfallen. Die Höhe der Förderung orientiert sich am ­Umsatzverlust und beträgt maximal 40.000 Euro pro Unternehmen. Es gibt rund 30 antragsberechtigte Unternehmen in Vorarlberg.

Für die Reisebüros führe man derzeit ebenfalls intensive Gespräche mit dem Bund. „Wenn von Bundesseite nicht bald etwas kommt, werden wir selber etwas tun“, sagte Wallner.

Positive Reaktionen von ÖHV und ÖVP

Heike Ladurner-Strolz, ÖHV-Vorsitzende und Gastgeberin im Hotel Zimba in Schruns, freute sich über die Unterstützung. „Das Wichtigste ist, dass schnell Geld in die Betriebe kommt. Wie das funktionieren kann zeigt der beschlossene Sondertopf für den Tourismus.“ Das angekündigte Tempo brauche es in der Krise. „Vorarlberg macht vor, wie es gehen kann“, sagte Ladurner-Strolz.

VP-Tourismussprecherin Monika Vonier. <span class="copyright">ÖVP/Daniel Mauche</span>
VP-Tourismussprecherin Monika Vonier. ÖVP/Daniel Mauche

Auch ÖVP-Tourismussprecherin Monika Vonier begrüßt die beschlossene außerordentliche Förderung. „Mit Blick auf die Sommersaison brauchen die Unternehmen vor allem Liquidität, damit sie die laufenden Ausgaben bestreiten und zusätzliche Investitionen für coronabedingte Auflagen finanzieren können“, sagte sie. Ohne Unterstützung sei ein schnelles Hochfahren der Betreibe nicht möglich.

Förderungsantrag stellen:

Die Beantragung ist unkompliziert und der Zuschuss wird im Vorhinein ausbezahlt. Die Förderung soll innerhalb einer Woche beim Antragstellenden ankommen. Die Sonderförderung von 15 Millionen Euro ist das größte Hilfspaket für eine einzelne Branche.

Förderungsanträge können auf www.vorarlberg.at/tourismus-corona heruntergeladen und bis 30. September 2020 bei der Abteilung Allgemeine Wirtschaftsangelegenheiten des Landes Vorarlberg ausschließlich elektronisch eingereicht werden. E-Mail an: tourismus@vorarlberg.at.